Linkes taz-Projekt bei CSD Berlin : Haltung ist Liebe
Erstmals wagte die taz die Teilnahme an einem CSD. Möglich wurde das durch die Zusammenarbeit von Geno- und Marketing-Team. Was hat die Teilname gebracht?
Foto: Tim Lüddemann
Aus der taz | Warum die taz soviele Jahre dafür gebraucht hat, wir wissen es selber nicht. Denn eigentlich gehört ein Medium wie die taz als Teilnehmerin ausdrücklich auf solch eine Demo.
Klar, hin und wieder wurde der Gedanke auf den Fluren oder bei taz-Partys durchgespielt, doch wurde nie eine Initiative daraus. Vielleicht hatten wir, chronisch Ressourcen-knapp wie die taz nun mal ist, einfach zuviel Respekt vor dem zu erwartenden Aufwand. Das änderte sich im Herbst 2025.
Die damlige Geno-Leiter:in Lana Wittig gab den finalen Impuls und bot der Marketing- und Kommunikationsabteilung der taz, die für die Durchführung der großen taz-Events wie etwa die Buchmessenauftritte oder das taz lab verantwortlich ist, den Support durch das Geno-Team an.
Der Grundstein für die allererste Teilnahme der taz an einem CSD war gelegt. Es konnte losgehen.
Queere Tiere zwischen Monstertrucks
25. Juli 2026, der letzte Samstag im Juli, in Berlin traditionell der Tag der CSD-Demonstration. In der Nacht zuvor wurde er fertig, der „taz-Lauti“, unser kleiner Demo-Lkw, mit dem wir uns als taz erstmals auf den sogenannten Hauptstadt-CSD und zwischen all die aufgemotzten 40-Tonner der zahlreich vertretenen Großkonzerne wagen.
Unser Fahrzeug kommt mit einem faszinierenden Wimmelbild aus Weiß und Schwarz daher. Ein Hingucker zwischen all den quietschbunten Monstertrucks. Dafür hat Geno-Kolleg:in Julia Molin einmal mehr den Stift gezückt und einen fantastischen Reigen an Illustrationen ersonnen. Wir nennen sie die queeren Tiere, unsere bildgewordenen Maskottchen und Sinnbilder queeren Lebens und Liebens.
Und noch etwas ist bei uns anders: Es gibt nur wenig Platz auf dem Wagen, denn wir haben uns bei den Technik-Nerds der Neuköllner Firma görnerschweizer eine klangvolle Soundanlage ausgeliehen. Ein Lauti will schließlich gehört werden. Zumal wenn rund ein halbes Dutzend Referent:innen das Wort an die Menschen richten sollen.
Nichts gegen Hedonismus und Party, aber wir meinen das mit der Demo auf diesem CSD ernst. Wir wollen Input bieten, wir wollen wichtige und akute Themen queerer Communitys vor diesem großen Publikum zur Sprache bringen. Wo, wenn nicht hier?
Viel Liebe
Unser Plan geht auf. Nicht nur wird der taz-Lauti ständig fotografiert und schafft es gar in den Livestream des rbb. Auch die Redebeiträge kommen gut zu Gehör und gut an, wie der laute Beifall zeigt.
Es scheint, als ob die CSD-Besucher:innen so einen Wagen wie unseren vermisst hätten. Das lernen wir auch aus den zahlreichen Begegnungen entlang der Demoroute. Die Leute freuen sich über unsere Präsenz, sie danken und beglückwünschen uns. Viel Liebe für das linke taz-Projekt und seinen Lauti.
Das tut in diesen aufgebrachten Zeiten mehr als nur gut – es bestärkt uns in einer Entscheidung, die im Grunde schon vor Erreichen des Demo-Ziels klar war: 2027 kommen wir wieder.
Daran ändert auch der widerwärtige Terroranschlag am Rande des CSDs nichts. Ganz im Gegenteil: Jetzt erst recht! Das sind wir den Opfern des Terros schuldig. Aber ebenso auch uns. Denn Hass darf und wird niemals gewinnen.
🐾 Warum wir auf dem CSD waren und wer auf unserem taz-Lauti gesprochen hat, lesen sie hier.
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🐾 Wann und wo die nächsten taz-Events über die Bühne gehen, habe wir hier aufgelistet.