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„Liebe taz...“ JuLis: weichgespült und möllemannisiert!

Betr.: taz -Berichterstattung über JuLis

In letzter Zeit häufen sich taz-Meldungen über Abscheidungen so genannter JuLis. Das erstaunt, denn entweder ist das „liberale“ Jungvolk extrem fleißiger als seine AltersgenossInnen oder aber es sind die Blüten einer Fake-Agentur – vielleicht so gar under cover in der taz bremen? Auf jeden Fall aber jagt ein Hammer den nächsten: Schließung des KUBA und Umwandlung in eine Disco, jeden Sonntag im Space Park und anderswo unbegrenzt einkaufen und jetzt noch Autofahren mit 17 als eine „tolle Sache“. Und immer sind gleich die möglichen Verhinderer mitgegeißelt: jugendfeindliche Bürokraten und Alt-68er. Da zu befürchten steht, dass die Quelle weiter sprudelt, halte ich mal ein mit einer ordentlichen altväterlichen Mahnung. Also Jungs und Mädels, mal hergehört: In der von euch so gefürchteten 68er-Zeit gab es mal so welche wie euch, die hießen Jungdemokraten. Die legten sich noch richtig mit Gott und der Welt an und beherrschten so gar noch das Einmaleins des Barrikadenbaus. Die sind dann rausgeflogen, als eure Mama sich die Pünktchen zugelegt hatte. Glaubt ihr nicht? Dann fragt mal euren alten Overfly Genschman. Als danach tüchtig weichgespült wurde, kam so etwas wie euer Laden dabei raus. Wobei dann – nomen est omen – die „Demokraten“ irgendwo auf der Strecke geblieben sind. Auf diese Weise seid ihr dann endlich möllemannisiert worden, worauf ihr Rotzlöffel wahrscheinlich auch noch stolz sein werdet. Ich stelle mir vor, wie ihr jetzt – wohlwollend von eurem Alt-Jäger betrachtet – in eurer F.D.P.-Lounge von dem ultimativen Sonntag träumt: Mit 17 mit der tiefgelegten Wumme mit Rennvergaser zum Space Park donnern, dort den ganzen Tag shoppen und Schampus saufen und dann abends in der KUBA-Disco Randale machen.

Das hat Power, das hat Zeitgeist und das brauchen wir: JuLis, das heißt Junge Libertins!

Hartmut Emig

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