: Kurzfilmnacht im Kino 46
■ Keine Liebesgeschichten
Kurzfilmnacht im Kino 46
Keine Liebesgeschichten
„Man könnte glauben, daß es möglich wäre, an der Liebe zu sterben“, sagt ein junges Mädchen und räkelt sich auf einem weißen Bett, ohne darauf zu achten, daß die alternde Schauspielerin ihre Liebesgeschichte nicht hören will, weil die schon längst weiß, daß es den wahren Liebestod nicht gibt. Ganz einfach und doch mit schönem Pathos verfilmte die Österreicherin Astrid Ofner eine Erzählung von Magarite Duras. 14 Minuten haben dafür gereicht.
„Savannah Bay“ ist einer von 18 Kurzfilmen österreichischer Filmemacherinnen, die das Kino 46 unter dem Titel Wie es ihr gefällt Freitag und Samstag Nacht zeigt. Zehn Jahre österreichischer Frauenkurzfilm - die Wiener Filmkritikerin Claudia Preschel hat die spannende Sammlung zusammengestellt.
Geschichten, gar Liebesgeschichten kann man bis auf die Ausnahme „Savannah Bay“ kaum erwarten. Die experimentelle Bild- und Ideenspielerei steht im Vordergrund, sei es, daß Mara Maruschka einen Frauenkopf als „Kugelkopf“ einer IBM- Schreibmaschine wirbeln läßt, seien es die unverschämt rülpsenden, kopulierenden, völlernden Zeichentrickfiguren von Nana Swiczinsky oder der klassisch feministische Film „Syntagma“ von Valie Export, mit rasanten Bildreflexionen über eine Frau und ihren (sehr schönen) exhibistionistisch geliebten und gequälten Körper.
Valie Export ist eine Veteranin des österreichischen feministischen Filmes. Schon in den 60er Jahren entwickelte sie ein provokantes „Tapp- und Tastkino“, ein am (Frauen-)Körper befestigtes Gehäuse, in das indiskrete ZuschauerInnen mit beiden Armen eintreten, um die nackte Körperfläche zu betasten...
Die jüngeren Filmemacherinnen kommen von Kunsthochschulen und Filmakademien. Für sie scheint der weibliche Körper ein vielseitiges Filmobjekt unter anderen zu sein, der filmisch-zerstückelnde Blick auf die Welt geht auch auf Häuser, auf Flammenzerstörung, auf Bewegungsabläufe, auf surreale Bildverschiebungen. Gekonnt sind die Filme, „modern“, anmacherisch und ironisch: „Wie es ihr gefällt“. CoK
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