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Kurden aus Irak verschleppt

■ Angeblich bislang 200 PKK-Angehörige bei türkischer Militäroffensive im Nordirak getötet

Istanbul (taz) – Meldungen türkischer Medien zufolge ist es im kurdischen Nordirak zu ersten Kämpfen zwischen türkischen Armee-Einheiten und Guerilleros der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gekommen. Über 200 PKK-Anhänger seien getötet worden, meldet das Verteidigungsministerium. Die türkischen Truppen sind mittlerweile bis 40 Kilometer tief in irakisch-kurdisches Gebiet vorgestoßen. „Nach dieser Operation wird die Demokratisierung kommen. Die PKK wird ihre Basis verlieren“ prophezeite die türkische Ministerpräsidentin Tansu Çiller.

Nach Informationen des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) hat die türkische Armee in der Region um die irakische Stadt Sacho Kurden gefangengenommen und sie gegen ihren Willen in die Türkei zurückgebracht. UNHCR- Sprecher Ron Redmond sagte gestern in Genf, wenn es sich bei den zurückgebrachten Kurden nicht um bewaffnete Kämpfer, sondern um Zivilisten handele, sei dies eine ernste Angelegenheit. Er forderte die Türkei auf, genau zwischen Zivilisten und Kämpfern zu unterscheiden.

In Namen der Europäischen Union verurteilte Frankreichs Außenminister Juppé gestern den Einmarsch. Die türkische Regierung müsse die Unverletzbarkeit der Grenzen und die Menschenrechte achten. US-Präsident Bill Clinton hingegen äußerte „Verständnis“ für das türkische Vorgehen gegen die „terroristische“ PKK. Allerdings solle die Türkei den Einsatz schnell beenden und das Leben von Zivilisten schonen. Ömer Erzeren

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