Kommentar: Wowereit braucht Rot-Rot-Grün

Noch schenken sich die linken Parteien in Berlin Häme - dabei haben sie gar keine andere Wahl als später miteinander zu koalieren.

Da mag sich CDU-Fraktionschef Henkel noch so sehr um die Handlungsfähigkeit der Grünen sorgen - wenn das Bäumchen-wechsel-dich der letzten Woche eine Erkenntnis bot, dann die: Es gibt ein rot-rot-grünes Lager, und das ist stärker als die "Jamaika-Opposition". Oder glaubt etwa jemand, eine Grüne würde der CDU-Fraktion beitreten oder ein Freidemokrat der Linken?

Richtet man den Blick nach vorne, dann könnte dieses Lager bald schon vor seiner Bewährungsprobe stehen. Trotz der Schwäche der Opposition wird es bei den Wahlen 2011 voraussichtlich weder für Rot-Rot noch für Rot-Grün reichen. Da eine Neuauflage der großen Koalition in Berlin ausgeschlossen ist (und Jamaika wohl auch), müssten sich Sozialdemokraten, Linke und Grüne zusammenraufen.

Doch gerade jetzt arbeiten die Bündnispartner in spe am Gegenteil - ihrem Scheitern. Da brechen die Grünen wieder in Triumphgeheul aus; und erzielt die SPD den Ausgleich, steht dem Regierenden die Häme ins Gesicht geschrieben. Sehen so künftige Koalitionspartner aus?

Insbesondere bei Klaus Wowereit könnte man mehr Gespür erwarten. Der Mühen der Landespolitik müde, stehen und fallen seine bundespolitischen Ambitionen mit jenem Rot-Rot-Grün, das derzeit in Berlin so viele Befindlichkeiten auslöst.

Je größer die Häme, desto unmöglicher wird Rot-Rot-Grün in Berlin werden. Selbst wenn ein solches Bündnis zustande kommt: Die Verletzungen von heute sind Stoff für die Übertritte von morgen. Foto: A. Losier

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de