Kommentar: Grüne Wiese auch in Tempelhof

Bis zum Baubeginn des Humboldt-Forums wird den Berlinern eine grüne Liegewiese auf dem Schlossplatz ausgerollt. Aber: Wurde da nicht gerade eine Grünfläche weiter südlich vehement gegen die öffentliche Nutzung verteidigt?

Die Idee ist nicht atemberaubend, aber nett: Bis zum Baubeginn des Humboldt-Forums im kommenden Jahr wird den Berlinern eine grüne Liegewiese auf dem Schlossplatz ausgerollt. Sonnen und faulenzen in der Hauptstadt Mitte ist allemal attraktiver als der monatelange Anblick einer Baubrache.

Aber: Wurde da nicht gerade eine Grünfläche weiter südlich vehement gegen die öffentliche Nutzung verteidigt? Die Demonstranten forderten am 20. Juni die Öffnung von "Berlins größter Wiese" und versuchten, das ehemalige Flugfeld zu besetzen. Es war auch der Appell für dessen öffentliche Nachnutzung. Der Senat aber hielt den Zaun mit Wasserwerfern geschlossen, da "unkontrollierte Zerstörungen" drohten. Warum aber unterstellt er an einer Stelle ein Bedürfnis nach Destruktion, an anderer jedoch eines nach Erholung? Wer sich über die 1,4 Millionen Euro für die Schlossplatzwiese mokiert, die 2010 wieder weggeräumt wird, sollte erst recht über Tempelhof motzen: 2 Millionen Euro kostete dessen Verteidigung durch 1.500 Polizisten. Zu "Bread and Butter" und zur Pyromusikale dagegen durften Tausende aufs Flugfeld. Dort picknicken ist aber weiter nicht erlaubt - dabei ist da sogar schon ein Rasen, der nicht mal teuer ausgerollt werden müsste.

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Redakteur für Themen der "Inneren Sicherheit". Seit 2010 in der taz, anfangs im Berlin-Ressort, dort zuständig für "Außerparlamentarisches". Seit 2014 Redakteur in der Inlands-Redaktion. Jahrgang 1984, Studium der Publizistik und Soziologie.

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