Kommentar Reedereifusion: Hamburger Monopoly

Der Senat darf den Kaufpreis von mehr als einer Milliarde Euro nicht in einem Börsenmonopoly aufs Spiel setzen.

So entstehen Sachzwänge. Die im Weltmaßstab klitzekleine Hansestadt Hamburg ist dabei, sich zu einem Global Player des Welthandels aufzuschwingen. Das war sie schon mal in der Blüte der Hanse, aber da war die Welt noch kleiner. Und erschwerend kommt hinzu, dass die Stadt das Heft des Handelns aus der Hand zu verlieren droht: Hamburg wird zu einem Getriebenen.

Bei einer Fusion von Hapag-Lloyd und Hamburg Süd zur viertgrößten Frachtreederei weltweit wird der Einfluss Hamburgs auf deren Geschäftsgebaren logischerweise geringer. Und das birgt die Gefahr, dass der Wert der Hamburger Anteile sinkt. Die aber wurden gekauft mit dem Versprechen, sie nach der Sicherung der Reederei wieder mit Gewinn zu verkaufen.

Deshalb steht Bürgermeister Olaf Scholz in der Pflicht, die städtischen Werte zu sichern. Der über Kredite finanzierte Kaufpreis von mehr als einer Milliarde Euro darf nicht in einem globalen Börsenmonopoly aufs Spiel gesetzt werden.

Die Kreditzinsen dafür kosten die Stadt jährlich etwa 30 Millionen Euro, die erhoffte Dividende von 35 Millionen Euro aber bleibt in diesem Jahr aus. Hapag-Lloyd ist zurzeit für Hamburg ein Minusgeschäft. Deshalb müssen die Risiken der Fusion für die Stadt ehrlich analysiert und dargestellt werden.

„Wir wollen unser Geld zurück“, hatte Scholz im März versprochen. Das ist der Maßstab – auf Euro und Cent.

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