Kommentar Experimente im Nahverkehr: Wettbewerb wirkt

Es kann richtig sein, auch den Bahn-Fernverkehr zu subventionieren. Auf Dauer muss es aber Ziel der Politik sein, dass auch hier mehr Wettbewerb herrscht.

Der Takt wird besser, Fahrgäste kommen schneller ans Ziel, sitzen komfortabler - zu einem günstigen Preis. Es klingt nach einem guten Deal, den die Einkäufer der Landesverkehrsgesellschaft Niedersachsen da als Pilotprojekt ausgehandelt haben: Reisende mit Nahverkehrsticket dürfen auf einer Strecke IC fahren, dafür erhält die Deutsche Bahn einen Zuschuss.

So sichert die Verkehrsgesellschaft auch die IC-Verbindung zusätzlich ab: Nun kann die Bahn diese auch für den Insel-Tourismus wichtige Verbindung nicht mehr ohne Weiteres zum nächsten Fahrplanwechsel ausdünnen.

Zentraler Auftrag der Politik sollte ein möglichst gutes Verkehrsangebot sein: mit schnellen Verbindungen zwischen größeren Städten, guter Erreichbarkeit von kleineren Orten und fairen Fahrpeisen. Und das möglichst effizient, also ohne Subventionen. Das klappt eher im Fern- als im Regionalverkehr, weshalb eigentlich nur noch dieser gefördert wird. Die Grenzen können auch verschwimmen: Wenn etwa Intercitys eine Region erschließen, indem sie in kleineren Orten halten.

Wichtiger als die Trennung der beiden Verkehrstypen ist, dass es Wettbewerb auf der Schiene gibt, in der Regel um die Fördergelder für Regionalverkehrsstrecken. Er hat schon viel Geld gespart und vielerorts Qualitätssprünge gebracht. Das wäre auch dem Fernverkehr zu wünschen. Und seinen Nutzern.

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Jahrgang 1986. Arbeitet seit 2010 für die taz, zunächst als Volontär, jetzt vor allem für die Nord-Redaktion in Hamburg. Schwerpunkte: Politik und Gesellschaft in Schleswig-Holstein, Kirchen, Medien.

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