piwik no script img

Keine Einigung über START-Vertrag

Moskau (ap/dpa/taz) — Die vier GUS-Staaten, die Atomwaffen besitzen, konnten sich am Wochenende nicht über die Erfüllung des START- Vertrags einigen, der die Vernichtung von 30 Prozent aller Langstreckenraketen auf dem ehemaligen Gebiet der Sowjetunion vorsieht. Die Einigung scheiterte vor allem daran, daß Rußland die Ukraine nicht als gleichberechtigten Partner für das Abkommen anerkennen will, das der letzte sowjetische Präsident Michail Gorbatschow im vergangenen Jahr mit US-Präsident George Bush schloß. Dies käme einer Anerkennung der Ukraine als Atommacht gleich.

Rußland trat auf dem Treffen mit den Außenministern der Ukraine, Weißrußlands und Kasachstans als alleiniger Rechtsnachfolger der Sowjetunion auf. Der Moskauer Außenminister Andrej Kosyrew erklärte, er wolle den bilateralen Charakter des START-Vertrags bewahren. Durch die Forderungen der Ukraine entstünde eine völlig neue geostrategische Lage, und das Abkommen werde unterwandert. Der ukrainische Außenminister Anatoli Slenko wies der Nachrichtenagentur 'Interfax‘ zufolge diese Vorwürfe zurück. Die Haltung seiner Regierung stelle keine Verletzung der Grundsätze des Vertragwerks dar. Die Ukraine werde die USA unverzüglich über ihre Position unterrichten.

Dagegen erzielten die beiden Länder eine Annäherung im Streit um die Schwarzmeerflotte. Der Befehlshaber der russischen Flotte, Admiral Igos Kasatonow, räumte in Sewastopol das Recht der Ukraine auf einen Teil der Verbände ein. Kasatonow gehörte bisher zu den schärfsten Gegnern einer Beteiligung der Ukraine am Befehl über die Schwarzmeerflotte. Slenko schlug ein baldiges Treffen der Präsidenten Leonid Krawtschuk und Boris Jelzin vor, um den Konflikt beizulegen. rik

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen