Kampf gegen den Schnee: Wie werde ich ihn los – in 10 Schritten
Der Jahrhundertwinter nimmt kein Ende: Das Streusalz geht aus, die Straßen sind dicht und in den Notaufnahmen stauen sich die Unfallgebeutelten. Jetzt ist Kreativität gefragt.
BERLIN taz | Seit Wochen verwandeln dicke Eisschichten die Straßen und Gehwege in fiese Rutschbahnen. Die Knochenbrüche nehmen zu, aber das Streusalz ist vielerorts schon seit Langem aufgebraucht. Deshalb greifen die Gemeinden und Städte jetzt zu skurrilen Mitteln im Kampf gegen den Frost:
10. Die Stadt Schwerin rief ihre Bürger auf, am vergangenen Samstagmorgen gemeinsam Schnee und Eis zu beseitigen. Einzige Bedingung: Jeder sollte eigene Geräte mitbringen. Subbotnik scheint wieder angesagt zu sein.
9. Hamburgs Notprogramm: 1.000 Mitarbeiter der Stadtreinigung wurden zum Eishacken abkommandiert. Eispickel statt Wischmopp!
8. Der Deutsche Mieterbund fordert eine Glatteispolizei. In Berlin gehen die Ordnungshüter sogar schon auf Streife und verteilen Knöllchen. Eiskalt.
7. Norderstedts Bewohner haben sich zu spontanen Arbeitsgruppen zusammengefunden und geben mit Spaten, Pickel, dicken Stöcken und Besenstielen ihr Bestes. Die Streber!
6. In Hannover und Berlin sollen 1-Euro-Kräfte gegen die dicken Eisschichten herhalten. Ganz ohne Boni.
5. In Norddeutschland hat man eine ganz eigene Wunderwaffe gegen den Dauerwinter entdeckt: die Asphaltfräse. Ein Eisenpanzer gegen den Eispanzer.
4. Schneeschippen statt Unterricht fordert die Hamburger Schulbehörde in einem Brief an alle Schulen. "Der Ausfall einiger Unterrichtsstunden sei hinnehmbar", heißt es in dem Schreiben, und das Eisräumen verstehe sich als "Lernen am anderen Ort". Bitte? Oder mit den Worten eines Schuldirektors: "Das erinnert an einen Kartoffeleinsatz im Krieg."
3. In Berlin wird die Eisdecke mit Schlagbohrmaschinen zertrümmert. Damit bei der Berlinale auch alles glattgeht.
2. In Schwerin greifen Friedhofsgärtner eiskalt zu Presslufthammer und Bunsenbrenner. Das Eis landet im Jenseits.
1. Sträflinge in Berlin müssen vor Gerichtsgebäuden die Eiswege freiräumen. Strafe muss sein.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert