KOMMENTAR PRINZESSINNENGARTEN: Der Garten im Kapitalismus

Der Prinzessinnengarten ist eine der besten Ideen in Berlin. Der Senat sollte sie schützen.

Jaja, schon klar. Der Prinzessinnengarten ist ein Zwischennutzungsprojekt. Wenn jetzt also der Liegenschaftsfonds einen Investor findet, der ordentlich Penunse auf den Tisch legt, müssen die Kleingärtner eben weiterziehen. Das war der Deal. Also ist alles okay, oder?

Nein, nichts ist in Ordnung – solange ein Haufen Geld mal eben so selbst die besten Ideen torpedieren kann!

Dazu gehört der Prinzessinnengarten ohne Zweifel. Er ist ein gut funktionierendes Nachbarschaftsprojekt, ökologisch und interkulturell. Die Gärtner haben eine Brache in einen der charmantesten Orte der Stadt verwandelt.

Aber in Berlin werden auch landeseigene Grundstücke anhand ihres kapitalistischen Verwertungspotenzials bemessen – und nicht an ihrem Nutzwert für die Menschen. Weil es der Senat mit Einführung des Liegenschaftsfonds vor über zehn Jahren so beschlossen hat. Dabei sollte gerade eine Landesregierung, die eigene große Ideen (Flughafen!) gnadenlos in den Sand setzt, die in der Stadt sprießenden kleinen Ideen schützen.

Ein wenig Hoffnung gibt es noch. Denn die SPD, die im Senat für Stadtentwicklung und auch Finanzen zuständig ist, geriert sich ja wieder gerne links.

Die Tradition kann helfen: Im Prinzessinnengarten stehen zwei Linden. Sie heißen „Walter“ und „Momper“, denn der spätere Regierende Bürgermeister hatte sie zusammen mit einer Gartenguerilla der Kreuzberger SPD gepflanzt. Schon 1984! Mompers Nachfolger in der SPD müssen nun entscheiden, was sie sein wollen: Axt oder Gärtner.

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Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Themenchef und gelegentlich Seite-1-Redakteur. Seit 1995 bei der taz, 1998 bis 2005 CVD, 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 zusammen mit Klaus Hillenbrand Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Mehr unter gereonasmuth.de.

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