: K O M M E N T A R DGB schulmäßig
■ Angstelltenkammer: Wandlitz direkt bei Bremen
DDR-Oppositionelle pflegen derzeit auf die Frage, wie man ihnen helfen könne, zu antworten: Indem Ihr vor Eurer eigenen Haustür kehrt! Daß die fällige Arbeit kaum mit 35 -Stunden-Wochen zu bewältigen wäre und vielmehr jedes öffentliche Beschäftigungsprogramm rechtfertigen würde, besorgt in Bremen z.B. der DGB. Die Manieren, in denen eine von 150.000 Mitgliedern gewählte und finanzierte Einrichtung wie die Angestelltenkammer kurzerhand zur Depandance des DGB erklärt wird, die Selbstherrlichkeit, mit der da Vorstandsposten per Langzeit-Absprache zwischen Spitzenfunktionären hin-und her geschoben werden - so ungefähr dürften die Methoden ausgesehen haben, mit denen sich ihre FDGB-Pendants inzwischen von der Gewerkschaftsspitze direkt in den Knast gebracht haben.
Dabei ist dem frischgebackenen DGB-Chef Schmidt vielleicht noch nachzusehen, daß er's - quasi DGB-schulmäßig - mal versucht hat. Nicht mitanzusehen ist aber, wenn die komplette Bremer Gewerkschaftsbewegung den Versuchungen ihres Vorsitzenden erliegt. Das eben ist Unterschied: In der DDR wird schon abgeräumt, beim DGB noch Tisch gedeckt.
Klaus Schloesser
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen