: Jahresrückblick Literatur von: Julia Hubernagel
Julia
Hubernagel Redakteurin für Literatur
Dorothee Elmiger: „Die Holländerinnen“ (Hanser). Naheliegend, aber manchmal haben die Preisgötter eben recht. Im Dickicht aus Zeichen und Symbolik verloren zu gehen, bereitet nicht nur Fans des Intertexts Vergnügen.
I. V. Nuss: „R-O-N=O“ (Diaphanes). In gewohnter Nuss-Art zwischen Realität und Cyberspace angesetzt, die keine harte Grenze trennt, geht es um den Grenzübertritt an sich, und was Transsexualiät damit zu tun hat. Abgefahren.
Anne de Marcken: „Es währt für immer und dann ist es vorbei“ (Suhrkamp). Die wohl schönste Zombie-Geschichte, die Sie je lesen werden. Eine genresprengende Reise von einer, der Leib und Liebe abhandengekommen ist.
Adelheid Duvanel: „Es gibt Tage. Feuilletons“ (Limmat). Die traurige Frau Duvanel ist bedenkenlos zwischen Bachmann und Aichinger einzureihen und alles, was aus ihrem Nachlass heute noch ans Licht kommt, ein Geschenk.
Marius Goldhorn: „Die Prozesse“ (Kiepenheuer & Witsch). Unter dem Horizont des Aussterbens liegt Frieden – und in Brüssel tobt die Revolution. Kluge Near-Future-Geschichte über Anarchismus und die Kraft der Mimesis.
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