piwik no script img

Jahresrückblick Literatur von: Beate Scheder

Beate Scheder Redakteurin für Berlinkultur

Mieko Kanai: „Leichter Schwindel“ (Suhrkamp). Die Monotonie des Hausfrauendaseins in einer Tokioter Neubausiedlung erzählt in hypnotischen Endlossätzen. In Japan schon in den 1990ern erschienen, endlich übersetzt.

Manon Garcia: „Mit Männern leben“ (Suhrkamp). Die Philosophin Manon Garcia berichtet vom Pelicot-Prozess in Avignon, teilt Beobachtungen, sucht nach Erklärungen, führt tief in die Abgründe der patriarchalen Gesellschaft.

Zoe Dubno: „Happiness and Love“ (Random House). Kein Feelgood-Roman, sondern eine ziemlich lustige Thomas-Bernhard-Adaption. Statt in dem Ohrensessel in Wien sitzt Dubnos Protagonistin auf einem weißen Sofa in New York.

Barbi Marković: „Stehlen, Schimpfen, Spielen“ (Rowohlt). Gemütsschwankungen zwischen Größe und Armseligkeit plagen die Autorin. Ein wenig Angeberei könnte helfen. Ein Buch übers Schreiben und über die Angst vorm Scheitern.

Christian Stemmler: „Anfang/Beginning: Berlin 1994–99“ (Idea Books). Ungefilterte Partyfotos aus analogen Vorzeiten, aufgenommen in einem Berlin, das es so nicht mehr gibt.