piwik no script img

JU-Rebell am Partei-Pranger

■ DemO bekräftigt Rowedders Betrugsvorwürfe / Das Milieu in der CDU sei "para-kriminell"

das Milieu in der CDU sei „para-kriminell“

Heute muß sich Dennis Rowedder, ehemaliger Bezirksvorsitzender der Jungen Union (JU) Harburg, vor dem Hamburger Landesverband der Jugendorganisation rechtfertigen. Rowedder hatte der JU vorgeworfen, die Mitgliederzahlen zu fälschen, um auf landespolitischer Ebene ihre Personalwünsche durchsetzen zu können. Statt der angegebenen 200 Mitglieder seien in Harburg tatsächlich nur 30 aktiv.

Rowedders Vorwürfe werden inzwischen auch von der Vereinigung für Demokratische Offenheit (DemO) bestätigt. „In der JU werden Mitgliederlisten gefälscht, Beiträge nichtzahlender oder schlicht erfundener Mitglieder von karrieresüchtigen Jung-Politikern aus eigener Tasche beglichen“, beklagt der DemO-Vorsitzende Helmut Stubbe-da Luz (CDU). Nach seiner Ansicht kann Rowedder dem Ausgang der heutigen Sitzung gelassen entgegen sehen. Eine ganze Reihe anderer JU-Amtsträger, vor allem aus Harburg, hätten diese Verfahrensweisen bestätigt.

Doch diese „korrupten Praktiken“ beschränken sich nicht allein auf die JU, sondern setzen sich nach Ansicht von DemO auch in der CDU fort. Stubbe-da Luz kritisiert, daß in der Jugendorganisation ein politisches Führungspersonal heranwachse, das von Anfang an an Geheimniskrämerei und Betrug gewöhnt sei. Politische Inhalte würden aus Machtkalkül mal ergriffen und dann wieder fallengelassen. Und jene Funktionäre der Mutterpartei, die nach Rowedders Enthüllungen jetzt heuchlerisch Konsequenzen verlangten, würden im Prinzip nur von sich ablenken wollen. Stubbe-da Luz: „Wir fordern alle JU-Mitglieder auf, das para-kriminelle Milieu zu verlassen und sich nicht schon im jugendlichen Alter an die Korruption in der Partei zu gewöhnen.“ taz

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen