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In Somalia geht der Krieg weiter

■ In Mogadischu beschießen sich wieder rivalisierende Clans

Nairobi (taz) – In Somalias Hauptstadt Mogadischu sind neue Kämpfe ausgebrochen: Seit dem Wochenende finden Gefechte zwischen Mitgliedern des Clans der Habr Gedir, zu dem auch der Milizenchef General Farrah Aidid gehört, und dem Clan der Hawardle statt. Am Montag starben dabei zwei nepalesische Blauhelmsoldaten, als sie auf dem Weg zum Flugplatz in das Kreuzfeuer rivalisierender Somalier kamen. Die Hawardle sind die dominierende Gruppierung in Belet Huen, dem einstigen Stationierungsort der Bundeswehr in Somalia. Auch von dort werden Kämpfe gemeldet.

Ausgangspunkt der jüngsten Streitigkeiten war in Mogadischu offenbar Ärger über eine zu laut eingestellte Musikanlage. Im Laufe des Streits wurde ein Wächter des Welternährungsprogramms WFP erschossen. „Lassen Sie sich von dieser vordergründigen Version nicht täuschen“, meint die Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation. „Es geht um eine politische Frage. Es geht darum, wer die geplante Interimsregierung kontrollieren soll.“ Im letzten Monat hatten sich Vertreter verschiedener Bürgerkriegsfraktionen unter der Schirmherrschaft der UNO darauf geeinigt, am 15. Mai in der somalischen Hauptstadt eine „Konferenz der nationalen Versöhnung“ abzuhalten, auf der auch über die Zusammensetzung einer vorläufigen Regierung entschieden werden soll.

Die Kämpfe in Mogadischu sind in dem Stadtviertel ausgebrochen, in dem die meisten internationalen Hilfsorganisationen ihren Sitz haben. Mittlerweile sollen sie sich auf die Gebiete um den Hafen und um den Flughafen ausgedehnt haben. Die UNO-Truppen greifen offenbar nicht in das Geschehen ein. „Wir wollen das als gemeinsame Stellungnahme aller nichtstaatlichen Organisationen gegenüber den UNO zur Sprache bringen“, meint ein ausländischer Mitarbeiter. „Es geht nicht, daß die sich verschanzen und wir unser Leben riskieren.“ Ausländische Helfer hatten sowohl Schwierigkeiten, zum Flughafen zu gelangen als auch von dort ihre Häuser zu erreichen. Bettina Gaus

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