: In Hamburg, im Wendland und anderswo
■ Castor-Transport: „Nicht verzögern, sondern verhindern“ / Demo durch die Innenstadt
Die Proteste gegen die geplante Einlagerung abgebrannter Brennelemente im Zwischenlager Gorleben erfassen auch Hamburg. Heute wollen verschiedene Organisationen gegen die Inbetriebnahme des atomaren Lagers im Wendland in der City demonstrieren. Treffpunkt: 12 Uhr, Moorweide. Die Veranstalter: „Ziel ist es nicht, den Transport zu verzögern, sondern zu verhindern.“
Unter den Atomkraftgegnern herrscht weiterhin höchste Alarmbereitschaft. So hatte zwar jüngst Niedersachsens Innenminister beteuert, daß der Castor-Transport mit neun hochradioaktiven Brennelementen aus dem Atomkraftwerk Philippsburg bis Ende August verschoben worden sei, dennoch stehe der Castor nach Beobachtungen der Umweltschutzorganisation „Greenpeace“ derzeit transportfertig auf dem Atommeiler-Gelände. Nach Greenpeace-Informationen wollen in der kommenden Woche die „Badenwerke AG“ sowie der Energieversorger „Schwaben AG“ die Genehmigung für den Transport beantragen. Die vier Nord-Atomkraftwerke hätten sich 74 Castor-Stellplätze reservieren lassen.
Die Hamburger GAL hat daher ihre Mitglieder zur Teilnahme am heutigen Protestmarsch aufgefordert. Selbst atomfreundlichen Politikern, so die GAL, sei klar geworden, daß eine sichere Endlagerung und damit eine gesetzlich vorgeschriebene Entsorgung des Atommülls nicht realisiert werden könne. Daher drängten sie zunehmend auf die Lösung „Zwischenlagerung als Endentsorgungsnachweis“. GAL-Landesvorständler Lutz Jobs: „Es ist nicht hinnehmbar, daß mit der sogenannten Zwischenlagerung der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke ermöglicht wird, obwohl bisher kein vernünftiges und sicheres Konzept zur Endlagerung radioaktiver Stoffe nachgewiesen werden kann.“ Für Jobs geht es daher darum, einen Castor-Transport, dessen Sprengkraft einem Vielfachen der Hiroshima-Bombe entspreche, zu verhindern. Jobs: „In Hamburg, im Wendland und anderswo.“ Kai von Appen
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen