■ Tennis: Immer gut gelaunt beim Fed-Cup-Finale
Atlantic City (dpa/taz) – Die in diesem Jahr erstaunlich stark auftrumpfende Olympiasiegerin Lindsay Davenport spielte exzellent, das Doppel mit Mary Joe Fernandez und Linda Wild ließ seinen Gegnerinnen keine Chance, dennoch war der Sieg der USA im Fed-Cup-Finale gegen Spanien praktisch eine One-woman-Show. Monica Seles legte mit ihrem sicheren Auftakterfolg gegen Conchita Martinez den Grundstein zum 5:0-Triumph, und die Ex-Jugoslawin war es auch, die mit dem 4:6, 6:3, 6:1 in einem hochklassigen Match gegen Arantxa Sanchez-Vicario den entscheidenden dritten Punkt holte.
Danach konnte die 21jährige gar nicht so schnell reden, wie sie sich freute. „Ich war sehr nervös“, sagte Seles, nun fühle sie sich einfach großartig: „Dies bedeutet mir ungeheuer viel, denn es ist das erste Mal, daß ich richtig gut für ein Team gespielt habe.“ Zur Belohnung hagelte es Lob von allen Seiten. „Sie kam mit einem unerreichbaren Schlag, wann immer sie ihn brauchte“, staunte Sanchez-Vicario, und Lindsay Davenport, die mit einem 7:5, 6:2 gegen Gala León Garcia den Punkt zum 4:0 holte, schwärmte: „Sie ist die ideale Teamspielerin, weil sie keine Sonderwünsche hat und immer gut gelaunt ist“.
Für Unmut bei der Veranstaltung in der Spielhöllenmetropole von New Jersey sorgten die leeren Ränge. Bloß 2.000 Menschen kamen an jedem der zwei Tage in die 9.000 Personen fassende Arena des Caesars Palace. „Die geringe Kulisse hat mich geschockt, die Stimmung war enttäuschend“, sagte Seles, die noch nicht endgültig entschieden hat, ob sie die lädierte Schulter operieren läßt.
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