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Humboldt-Universität wieder mit Fakultäten

■ „Weil es besser klingt“ holen die Professoren den alten Namen Fakultät zurück

Zurück zu Humboldt in die Zukunft. Die Humboldt-Universität gliedert sich wieder nach Fakultäten. Diese decken, ganz wie zu Zeiten des alten Wilhelm von Humboldt, die klassischen Ressorts ab: Juristische, Medizinische, Philosophische, Theologische, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. So einfach wird die Welt freilich nicht allein dadurch, daß man sie umbenennt. Künftig wird es, wenn das Kuratorium der HUB zustimmt, allein vier philosohische Fakultäten geben. Und sie sind de jure auch ganz normale Fachbereiche: Die Professoren haben nicht ihre alten Fakultätsrechte zurückerobert. Die Talare bleiben weg.

Dennoch hat die Professoren das Heimweh geplagt. Viele hätten für den Namen „Fakultäten“ argumentiert, weil das bei Habilitationen „besser klingt“, so HUB-Sprecherin Susann Morgner. Manches wird komplizierter durch die Fakultäten. Die Philosophische Fakultät Numero zwei etwa hat zwar 3.300 Studenten und 73 Professoren, aber allein 95 Studiengänge. Da müsse neu sortiert werden, meinte Morgner. Dabei sollen nicht nur Studienordnungen, sondern auch neue Berufsprofile herauskommen. Außerdem seien größere und bessere Beratungseinheiten für die Studierenden beabsichtigt. Das wären eine Art Studienbüros, wie sie sich die Technische Universität gab.

Genauere Vorstellungen darüber, welche Studienkombinationen nun möglich sein sollen, existieren noch nicht. Zunächst müssen sich die neuen Fakultäten ihre Räte wählen. Laut Berliner Hochschulgesetz müsse das höchste Entscheidungsgremium allerdings Fachbereichsrat heißen. Im einzelnen beschloß der Akademische Senat, die Zahl der Fachbereiche von jetzt 24 auf 11 zu reduzieren. Nun muß das Kuratorium der Hochschule mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und der Universität selbst noch zustimmen.

Neben den neuen Fakultäten soll es Zentralinstitute geben: das Museum für Naturkunde sowie fünf weitere Zentraleinrichtungen, unter anderem für Hochschulsport und ein Rechen- und Sprachzentrum. Die beiden mathematisch- naturwissenschaftlichen Fakultäten sollen von Mitte nach Adlershof verlagert werden. cif

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