Humboldt-Forum: Schlossherrin gesucht

Kulturstaatsministerin sucht Gründungsdirektorin für das neue Humboldt-Forum im Stadtschloss.

Modell vom künftigen Humboldt-Forum. Bild: DPA

Am Schlossplatz stehen bereits drei Geschosse des künftigen Stadtschlosses. Weil es mit dem Rohbau so zügig vorwärtsgeht, wird jetzt auch eine Leitung für das neue Megaprojekt „Humboldt-Forum“ gesucht. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sucht nach Angaben aus ihrem Haus bereits international nach einer geeigneten Person.

„Das Projekt ist eine gewaltige Herausforderung, das eine herausragende Persönlichkeit erfordert“, sagte Grütters’ Pressesprecher Hagen Philipp Wolf der taz. Die neue Spitzenkraft habe die Aufgabe, einen Fahrplan und einen Handlungsrahmen für das Projekt Humboldt-Forum zu entwickeln, das Projekt Humboldt-Forum inhaltlich voranzutreiben – und ihm durch persönliche Überzeugungskraft in der Öffentlichkeit zu gebührendem Renommee zu verhelfen. Die Kulturstaatsministerin führe derzeit persönliche Einzelgespräche. Bis spätestens 2016 soll dann ein Gründungsdirektor oder eine Gründungsdirektorin für das neue Museum berufen werden, das 2019 eröffnen soll.

Ein Ort des Dialogs mit außereuropäischen Kulturen soll das Humboldt-Forum werden – es ist das derzeit größte Kulturprojekt des Bundes. Architektonisch ist seine Gestalt an das 1950 gesprengte Stadtschloss angelehnt. Der Barockbau mit seinem modernen Innenleben soll rund 600 Millionen Euro kosten.

Sabine Bangert, kulturpolitische Sprecherin der Berliner Grünen, begrüßte die Intendantensuche als dringend notwendigen Schritt. „Es wird höchste Zeit, dass jemand die Fäden dieses Projekts in die Hand nimmt und das Humboldt-Forum in der kulturpolitischen Landschaft zu positionieren hilft“, sagte sie der taz. Die Rolle der neuen Kulturinstitution sei bislang noch völlig ungeklärt – auch was das Verhältnis zu thematisch ähnlich gelagerten Institutionen angehe, etwa zum Haus der Kulturen der Welt oder der neuen Said-Akademie des Staatsoper-Generalmusikdirektors Barenboim. „Es muss eine gestandene Person sein, mit großen kommunikativen Fähigkeiten, profundem Einblick in die Berliner Kulturszene und bester internationaler Vernetzung“, meint Bangert.

Gestanden nicht zuletzt deshalb, weil es für das vom Bund finanzierte Prestigeprojekt Humboldt-Forum bisher noch kein Finanzierungskonzept gibt, wie auch Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, kürzlich feststellte (taz berichtete). Dieses zu entwickeln und ein, wie Bangert sagt, „kulturpolitisches Wünsch-dir-was in eine realitätstaugliche Ebene zu überführen“, wird zu den wichtigsten Aufgaben der neuen Leitung gehören.

Kein leichtes Unterfangen, denn die Etats der drei Institutionen, die mit ihren Projekten ins Humboldt-Forum einziehen sollen – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Humboldt-Universität und möglicherweise die Zentral-und Landesbibliothek – reichen bei Weitem nicht aus, um die 40.000 Quadratmeter Nutzfläche des neuen Hauses zu bespielen. Wer dem neuen Kultur-Aushängeschild vorsteht, wird also erst einmal Finanzquellen auftun müssen. Durchsetzungsfähigkeit und Verhandlungsgeschick dürften damit ganz oben auf der Liste der in dieser Führungsposition erwünschten Charaktereigenschaften stehen.

Sabine Bangert hofft jedenfalls, dass Grütters eine Frau in das neue Intendantenamt berufen wird. Damit wäre das Humboldt-Forum auch in dieser Hinsicht hypermodern.

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