■ Heute vor fünf Jahren: Massendemo in Prag
In Prag versammeln sich rund 10.000 Menschen auf dem Wenzelsplatz aus Anlaß des 71. Geburtstages der tschechoslowakischen Republik. Die Polizei löst die Kundgebung gegen die Regierung gewaltsam auf, 350 DemonstrantInnen werden verhaftet. In Bulgarien kommt es erstmals zu Kundgebungen unabhängiger Bewegungen. Sie fordern ein Mehrparteiensystem und Ende des KP-Machtmonopols. Auch in der DDR gehen wiederum Zehntausende auf die Straße. In der Berliner Erlöserkirche findet eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Polizeiausschreitungen am 7. und 8. Oktober statt. Der Paß- und Visazwang von DDR-BürgerInnen in die CSSR soll wieder aufgehoben werden. Er wurde am 3. Oktober eingeführt, nachdem scharenweise Menschen aus der DDR via Tschechoslowakei ihr Land verlassen hatten. Inzwischen ist bekannt, daß sich diese Flucht dramatisch auf die Versorgungslage in der Ostdeutschland auswirkt. Überall fehlen Arbeitskräfte, besonders aber im Gesundheitswesen. Am Abend hält Walter Janka im überfüllten Deutschen Theater seine erste öffentliche Rede seit 1956. Er ruft das Publikum zum Kampf auf.
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen