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■ Heute vor fünf JahrenVerstopfte Grenzen

Eine Woche vor Weihnachten kommt es zu einem der größten Besucherstöme aus der DDR in Richtung Westen. Über 675.000 AusflüglerInnen überqueren die deutsch-deutsche Grenze, Berlin nicht mitgezählt. Weil der Bahnverkehr nach München in einem Chaos zusammenbricht, streicht Oberbürgermeister Kronawitter kurzerhand das Begrüßungsgeld für die Ossis. Nach einem einwöchigen Unterbruch wird in Ostberlin der außerordentliche SED-Parteitag fortgesetzt. Gregor Gysi, der neue Parteivorsitzende, spricht sich für weitgehende Reformen von Staat und Gesellschaft aus. Als erste der zahlreichen Oppositionsgruppen in der DDR formiert sich der „Demokratische Aufbruch“ zu einer Partei. Sie strebt die Einigung Deutschlands im Rahmen einer europäischen Friedensordnung sowie eine Wirtschaftsordnung „mit sozialen und ökologischen Aspekten“ an.

Die polnische Regierung legt ein Paket von Gesetzentwürfen vor, mit dem eine systemändernde Wirtschaftsreform möglich würde. Lech Walesa spricht von einer einmaligen Chance, „das verknöcherte System zu verändern“. Es gehe jetzt um alles oder nichts.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen