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Haus wieder unbesetzt

■ Kiel: Jugendliche von Polizei geräumt

Die Hausbesetzung am Karlstal 34a in Kiel ist beendet. Gestern morgen haben 60 PolizistInnen das Gebäude geräumt – vier Wochen, nachdem 21 Jugendliche die ehemalige Arztpraxis besetzt hatten. Sie wollten ein selbstverwaltetes Jugendzentrum erzwingen (taz berichtete am 2. April).

„Nur geringfügigen Widerstand“hätten die BesetzerInnen geleistet, sagte ein Polizeisprecher gestern. Fünf von ihnen kletterten aufs Dach und ketteten sich dort an. Sie wurden mit einem Leiterwagen der Kieler Feuerwehr heruntergeholt. Einige verließen das Haus freiwillig, andere wurden herausgetragen. Zur Räumung kam es, weil die Hausverwalterin, eine Pyrmonter Bank, Strafanzeige gegen die BesetzerInnen erstattet hatte. Das Haus war seit einigen Tagen nicht mehr brandschutz- und haftpflichtversichert. Die zuständige Anwaltskanzlei wollte mit der taz nicht über das Haus sprechen.

Weiterreden will jedoch das Kieler Jugendamt, beteuerte Arne Gloy, Pressesprecher der Behörde: „Wir werden auf jeden Fall mit den Besetzern in Kontakt bleiben“. Deren Konzept für ein Freizeitzentrum sei „ein interessantes Experiment“, urteilte der Jugendhilfeausschuß am vergangenen Mittwoch. Die Verwaltung solle bei der Raumsuche helfen und einen Teil der Miete zahlen. Ende April wird die Ratsversammlung über diesen Vorschlag debattieren.

Ein Haus nach dem Geschmack der Jugendlichen müßte Platz bieten für ein Café, Werkstätten und Konzerträume. Nach der Räumung gebe es jedoch „keine konkrete Planung“, sagte eine ehemaliger Besetzer der taz. juw

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