piwik no script img

Hafa hofft auf schlechtes Wetter

■ Die Besucherzahlen der Hauswirtschaftsausstellung gehen zurück

Ist der Treibhauseffekt an der Konjunkturflaute der Bremer Hauswirtschafts-Ausstellung Schuld? „Hoffentlich ist der liebe Gott gnädig und das Maiwetter wird dieses Jahr nicht wieder so sommerlich,“ sagt Elfiede Lange, Geschäftsführerin des Hafa-Veranstalters Heckmann GmbH, mit einem Stoßseufzer. Sie macht das warme Wetter für das flaue Geschäft der letzten Jahre verantwortlich und wünscht sich Schmuddelwetter, damit die Leute den Weg in die geheizten Hallen finden.

Vom 7. bis 15. Mai findet die Ausstellung für Hauswirtschaft und Familie dieses Jahr in Bremen statt. Schon seit Jahren leidet die Hafa unter einem stetigen Besucherschwund. 1978 wurden 185.000 zahlende Gäste gezählt, letztes Jahr waren es nur noch 100.000 Besucher, die den Eintrittspreis von 10 Mark bezahlt haben. Während die Besucherzahlen sinken, steigt die Zahl der Aussteller: Dieses Jahr wollen rund 600 Händler ihre Produke aus den Bereichen Kosmetik, Mode und Hauswirtschaft an die Frau und den Mann bringen.

Aber nicht nur Regen, auch eine „Insel der Exclusivität“ soll Besucher in die Hallen locken. Die Sonderausstellung „Bremen Brillant“ soll eine „Inszenierung von Stil, Perfektion und Luxus“ werden, verspricht Elfriede Lange. Der täglichen Tristesse von Armut und Arbeitslosigkeit wollen die Veranstalter den Anblick feiner Möbel von Spitzendesignern, von Luxuslimusinen und mit kostbarem Schmuck entgegenstellen. Ergänzend präsentieren sich in einer anderen Halle „Landjugend und Landfrauen unter dem Motto Landleben“.

Die Besucher sollen riechen, tasten, fühlen, und kaufen natürlich. Der Tiefpunkt für das Ausstellungsgeschäft in Bremen sei überwunden, sagt Elfriede Lange. Ihr Beispiel für den Aufwärtstrend: 1993 konnte Bremerland au der Hafa „40.000 Milchprodukte“ verkaufen.

Für 1995 plant die Heckmann GmbH in Bremen eine zusätzliche Freizeitausstellung mit den Themen Boot, Camping und Garten. Bei der Hafa will man sich in Zukunft nicht mehr auf Petrus verlassen: Die Haushalts- Ausstellung soll in den Herbst verlegt werden.

Konrad Baer

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen