: Häuserkauf zwischen 1956 und 1981
■ betr.: „Hafenstraßenrundfahrt/ Kleine Chronik“, taz vom 12. 6. 95
[...] Ihr Mitarbeiter, Florian Marten, stellt wider eigenes besseres Wissen die Behauptung auf, bereits in der Zeit des Nationalsozialismus habe die Stadt Hamburg begonnen, Häuser in der Hafenstraße anzukaufen. Es sollte so angeblich eine Brutstätte von Kommunisten und Sozialisten ausgeräuchert werden.
Dieses für Florian Marten offensichtlich faszinierende Bild hält einer Tatsachenüberprüfung nicht stand. Die Häuser wurden von der Stadt Hamburg zwischen 1956 und 1981 erworben. Zuvor standen die Häuser im lupenreinen Privatbesitz.
Diese Tatsachen kennt Florian Marten. In der taz vom 17. 5. 93 bezeichnete er selbst die Nachricht der taz vom 10. 4. 93 über den Kauf der Häuser durch die Nazis als Ente. Warum desinformiert Florian Marten gleichwohl seine LeserInnen jetzt noch einmal? Handelt es sich um einen Fall von extrem schlechtem Gedächtnis, oder konnte der Verfasser der Versuchung nicht widerstehen, den BewohnerInnen der Hafenstraße eine Widerstands-Gloriole aufzusetzen? Verwaltungsgesellschaft
Hafenrand mbH, Hamburg
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen