"Gustav" jetzt nur ein Tropensturm: Blaues Auge für New Orleans

New Orleans hat Glück gehabt. Bevor Gustav die Stadt erreichte, hatte der Orkan schon viel von seiner Wucht verloren. Nach Gustav haben sich jetzt "Hanna" und "Ike" angekündigt.

Im Vergleich zu Katrina sind die von Gustav verursachten Schäden nur sehr gering. Bild: ap

NEW ORLEANS ap/afp New Orleans ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Der Hurrikan "Gustav" konnte die Dämme der Millionenstadt im Süden der USA diesmal nicht überwinden - im Unterschied zur Katastrophe vor drei Jahren, als im Hurrikan "Katrina" etwa 1.600 Menschen ums Leben kamen. Dennoch wurden im Südem der USA acht Bewohner in den Tod gerissen. Zuvor waren in der Karibik 94 Menschen ums Leben gekommen.

Der Hurrikan traf am Montag gegen 9.30 Uhr Ortszeit bei Cocodrie, südwestlich von New Orleans, auf Land. Der Sturm erfasste Küstenregionen zwischen Texas und Georgia. Mit einer Windstärke von etwa 180 Kilometern in der Stunde war "Gustav" etwas schwächer als erwartet, riss aber gleichwohl Dächer von den Häusern und entwurzelte Bäumer. Mehr als eine Million Haushalte waren ohne Strom. Einige tiefer gelegene Teile von New Orleans, etwa die Straßen im Ninth Ward, wurden kniehoch überflutet. In der Ortschaft Plaquemines Parish in Louisiana drohte ein Damm zu brechen, wurde aber schnell noch verstärkt.

Wie das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) in Miami mitteilte, sank die Windgeschwindigkeit am Dienstag auf 95 Stundenkilometer. Gustav hatte da schon den Bundesstaat Louisiana erreicht. Der jetzt als „Tropensturm“ klassifizierte Orkan zog dann weiter in nordwestlicher Richtung. Am Mittwoch wurde er in Oklahoma erwartet.

Nach der verheerenden Katastrophe vor drei Jahren war New Orleans am Wochenende fast vollständig evakuiert worden. Insgesamt befanden sich rund zwei Millionen Menschen auf der Flucht vor "Gustav", der in der Nacht zum Dienstag mit 96 Kilometern in der Stunde nur noch ein tropischer Sturm war und in nordwestlicher Richtung davon zog. "Jetzt will ich so schnell wie möglich zurück", sagte ein Bewohner in einer Notunterkunft in Milton, Florida.

Unter den acht Todesopfern in den USA waren vier Menschen in Georgia, die in ihrem Auto von einem Baum erschlagen wurden. In Baton Rouge kam ein Paar ums Leben, als ein Baum auf ihr Haus fiel.

Wegen der akuten Bedrohung wurde das Programm des Nominierungsparteitags der US-Republikaner in St. Paul im Staat Minnesota stark verkürzt. US-Präsident George W. Bush sagte seine Teilnahme ab und reiste stattdessen nach Texas, um die Maßnahmen zum Katastrophenschutz zu überwachen. Auf "Katrina" hatte die Regierung Bush sehr zögerlich reagiert, was ihr stark angekreidet wurde.

Nach "Gustav" sind weitere Wirbelstürme im Atlantik unterwegs. Der Tropensturm "Hanna" wurde am Montag zum Hurrikan heraufgestuft. Er erreichte mit Windgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern zunächst die Bahamas sowie die Turks- und Caicos-Inseln und nahm dann allmählich Kurs auf die US-Küste zwischen Florida und North Carolina. Und auf "Hanna" folgt bereits der Tropensturm "Ike".

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de