piwik no script img

■ Kaum zu glaubenGiftige Lösemittel in Kiosk-Schokolade gefunden

KAUM ZU GLAUBEN

Giftige Lösemittel in Kiosk-Schokolade gefunden

Schoko-Riegel, die an Zeitungskiosken verkauft werden, sind ungewöhnlich stark mit dem giftigen Lösemittel Toluol belastet. Untersuchungsämter fanden bis zu 2,5 Milligramm pro Kilo. Diese Chemikalie ist außerdem in Druckfarben enthalten. Wissenschaftler vermuten deshalb, daß Toluol übergeht, wenn Zeitschriften und Schokolade in den Buden gemeinsam auf engstem Raum gelagert werden. Die Verpackungen vieler Riegel sind nicht luftdicht, sondern „atmen“. Auch an den Falten könnte der Schadstoff daher eindringen.

Vor einiger Zeit wurden mit Lösemitteln belastete Nahrungsmittel bereits an Tankstellen entdeckt — belastet wohl durch Benzindämpfe. Doch die waren möglicherweise nicht die einzige Quelle. Professor Erich Muskat vom Lebensmittel- Untersuchungsamt in Gießen vermutet, daß „über die Zeitungen mehr in die Lebensmittel kommt, als über die Tankstellen selbst“.

Seiner Einschätzung nach kann sich mit solchen Schokoriegeln „keiner akut vergiften“, doch sei „Vorsicht am Platze“. Das Bundesgesundheitsamt sieht dagegen keinen Grund zur Beunruhigung. In seiner Bewertung werden die gefundenen Mengen mit den an Arbeitsplätzen erlaubten verglichen. Diese Grenze erreichen sie nicht. Doch das Bundesgesundheitsamt ignoriert dabei, daß diese Werte für gesunde Arbeitnehmer und nicht für Kinder gedacht sind. Gerade die essen aber besonders viele Schoko-Riegel. „Jede Zusatzaufnahme“ von Toluol ist „grundsätzlich unerwünscht“, kommentiert Dr. Roland Renner von der Chemischen Landesuntersuchungsanstalt in Freiburg. jp

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen