: Gewerkschaft Kunst, Kultur, Medien am Ende
Berlin (adn) — Die DDR-Gewerkschaft Kunst, Kultur, Medien steht kurz vor ihrer Auflösung und der Überleitung in die IG Medien der Bundesrepublik. Eine entsprechende Vorlage des geschäftsführenden Hauptvorstands, über die ein außerordentlicher Gewerkschaftstag am Montag nachmittag in Ost-Berlin entschied, sieht darin einen Beitrag zur „Herstellung der Gewerkschaftseinheit in Deutschland“. Als Endpunkt der heute noch rund 40.000 Mitglieder umfassenden Einzelgewerkschaft wird der 26. Oktober genannt.
Wie es im Geschäftsbericht des Vorstandes heißt, habe sich die Gewerkschaft in den zurückliegenden Monaten vor allem mit Arbeitsplatzerhalt, Tarifkämpfen und Fusionsvorbereitung befaßt. Die Vorsitzende Ruth Martin sprach von permanenter Bedrohung durch eine Regierungspolitik des „Kahlschlags“ im kulturellen Bereich. Man habe eine handlungsunfähige Arbeitgeberseite vorgefunden und lebe in einem Rechtsvakuum während der Überleitung der Kulturhoheit auf die künftigen Länder.
So habe man zunächst auf Haustarifverträge ausweichen müssen, was aber nur für einen geringen Teil der insgesamt rund 800 in Frage kommenden Betriebe möglich war. Die schließlich als Tarifpartner aufgetretene Regierung habe von Anfang an versucht, in die Tarifautonomie der Gewerkschaften einzugreifen, kritisierte Frau Martin.
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