Gegenentwurf zur Urheber-Erklärung: „Wir sind die Bürger“

Nach dem Eintreten prominenter Künstler und Autoren für das Urheberrecht haben Netz-Nutzer eine eigene Erklärung veröffentlicht. Ihr Ziel: Der Schutz der Kreativität im Netz.

Viele Nutzer fühlen sich im Netz gegängelt. Bild: reuters

BERLIN dpa | Nach dem Aufruf von 100 prominenten Autoren und Künstlern zur Stärkung des Urheberrechts haben Internet-Nutzer eine Gegenerklärung veröffentlicht. „Wir wollen das Urheberrecht nicht abschaffen“, betonen die Unterzeichner, innerhalb weniger Stunden mehr als 1.700. Das Internet habe aber die Rahmenbedingungen für kulturelles Schaffen dramatisch verändert, womit sich für alle neue Fragen stellten.

„Wir Bürgerinnen und Bürger sind mit den Regeln überfordert, wenn wir im Internet kreativ werden“, heißt es in der Erklärung. So sei es unklar, wie viel Text zitiert werden dürfe, ob man eigene Interpretationen von Lieblingsliedern aufnehmen und im Netz veröffentlichen dürfe oder welche Art der Nutzung mit dem Kauf einer CD oder eines Buchs abgegolten sei.

„Wir müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen so ausgestalten, dass die Interessen der Urheber gewahrt bleiben – und dass gleichzeitig möglichst viele Menschen diese Regeln als gerecht empfinden und sich daran halten“, fordern die Unterzeichner und rufen zur gemeinsamen Suche nach Lösungen auf.

Am Donnerstag hatten die 100 Erstunterzeichner eine Erklärung „gegen den Diebstahl geistigen Eigentums“ veröffentlicht und das Urheberrecht als „historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit“ bezeichnet. Zu ihnen gehören die Schriftsteller Daniel Kehlmann, Charlotte Roche, Julia Franck, Uwe Tellkamp, Martin Walser und Günter Wallraff sowie Künstler wie der Schauspieler Mario Adorf. Auch der Musiker und Schriftsteller Sven Regener unterschrieb – er hatte die Debatte im März mit einer heftigen Polemik in Fahrt gebracht.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben