Fridays for Future – ein Fotoessay

When do we want it? Now!

Fridays for Future – wer protestiert da eigentlich? Anja Weber hat die Bewegung porträtiert.

Bild: Anja Weber

Von Anja Weber

Mal sind es weniger als Hundert, oft mehrere Tausend. Sie singen zusammen, feiern zusammen, demonstrieren zusammen. Die FFF-Vorsängerin skandiert: »What do we want?« Die Menge antwortet: »Climate Justice.« Die Vorsängerin: »When do we want it?« Die Menge: »Now!« taz FUTURZWEI-Fotografin Anja Weber hat Fridays for Future beim Streiken im Berliner Invalidenpark getroffen und in die brandenburgischen Städte Cottbus und Luckenwalde begleitet. »Mich interessieren die Gesichter der Jungen, ihr Style und ihre Kreativität«, sagt sie. »Da ist dieses Unfertige, das Do it yourself, die Verletzlichkeit der Jugend und gleichzeitig eine unglaubliche Stärke, Energie und Entschlossenheit. Sie wollen keine Zeit verlieren.« Hier kommt Anja Webers Fotoessay.

Vor den Landtagswahlen fahren FFF-Aktivisten jede Woche in eine andere brandenburgische Stadt. Luckenwalde, 19. Juli 2019 Bild: Anja Weber

Streikender mit öko-anarchischer Fahne. Cottbus, 26. Juli 2019 Bild: Anja Weber

Die Aktivisten Max und Louis verabschieden sich. Cottbus, 26.Juli 2019 Bild: Anja Weber

Fridays for Future (FFF) ist eine globale Schüler- und Studentenbewegung, die ein klares politisches Ziel verfolgt: Die Klimaverträge von Paris zur Begrenzung der fortschreitenden Erderhitzung sollen eingehalten werden, was sofortige Klimapolitik erfordert. Initiatorin ist die Schwedin Greta Thunberg, 16.

 

Am 20. August 2018 setzte sich Thunberg allein mit einem Schild »Skolstrejk för klimatet« (»Schulstreik für das Klima«) vor den schwedischen Reichstag in Stockholm. Inzwischen sind FFF weltweit organisiert und vernetzt. In Deutschland gibt es über 500 Ortsgruppen. Parents, Scientists, Teachers, Entrepreneurs und viele anderen »for Future«-Gruppen haben sich angeschlossen.

Lilli, 14, Schülerin. FFF-Streik, Berlin, 26. Juli 2019 Bild: Anja Weber

News in Echtzeit und Eigenregie. FFF-Streik, Invalidenpark, Berlin, 26. Juli 2019 Bild: Anja Weber

Streikender. Berlin, 26. Juli 2019 Bild: Anja Weber

20. September: Streik in Deutschland für ernsthafte Klimapolitik – aufgerufen sind alle Generationen und auch ausdrücklich Arbeiter.

 

27. September: weltweiter Streik

 

Die FFF-Klimastreikwoche vom 20. bis 27. September soll Druck auf zwei nationale und internationale Politikgipfel ausüben:

 

Klimagipfel der Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD in Berlin am 20. September

 

Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York am 23. September

Schwedische Aktivistin Greta Thunberg, 16. Berlin, 19.Juli 2019 Bild: Anja Weber

Sonnenbrand. Berlin, 26. Juli 2019 Bild: Anja Weber

Paula, 17, Schülerin. Sie hat ihr Plakat gerade erst gemalt: »I wish I could be as hot as our planet.« Berlin, 26. Juli 2019 Bild: Anja Weber

Die Bewegung: Internationale, dezentral organisierte, gesellschaftspolitische Bewegung, deren Ziel es laut Eigenbeschreibung ist, »den nötigen umfassenden und tief greifenden Wandel zu erreichen, um das Risiko der Auslöschung der Menschheit und des Kollapses unserer Ökosysteme zu minimieren«. Mittel ist toughe Sprache (»Hallo, deine Zukunft sieht scheiße aus«) und der gewaltfreie Widerstand, also die »Störung des Betriebsauflaufes«.

 

Die Aktion: Neben FFF rufen auch XR zum großen Streik am 20. und 27. September auf.

 

Das Buch: Wann wenn nicht wir*. Ein Extinction Rebellion-Handbuch. S. Fischer 2019 – 256 Seiten, 12 Euro. Unter anderem mit einem Beitrag von Maja Göpel.

Bild: Anja Weber

FFF-Streik in Cottbus, 26. Juli 2019 Bild: Anja Weber

FFF-Streik in Cottbus, 26. Juli 2019 Bild: Anja Weber