Frauen, versteht Euch: Zerstört die Müllkette!

Neue Ansätze für die Frauenfreundschaft: von Männern klauen und mal Unsinn machen.

Von Jungs lernen heißt, Fußball gucken lernen. Bild: dpa

Frauen sollten von Männerfreundschaften klauen, das hilft, die typischen Macken der Frauenfreundschaften zu umschiffen. Die "Müllkette" zum Beispiel ist ein echtes Problem so mancher Frauenfreundschaft. Seelische Intimität entsteht dabei durch das Offenbaren alter und neuer Wunden.

Der Seelenstriptease erzeugt zwar eine momentane Nähe. Doch mitunter gibt es dann bald nichts mehr zu sagen in der Selbsthilfegruppe. Zudem kommt es leicht zum heimlichen Konkurrenzkampf: Wem geht es am schlechtesten? Wer hat das Rederecht für die nächste halbe Stunde und wie weit geht meine Pflicht zur Anteilnahme?

Besonders nervtötend: wenn auch noch der seelische Müll von anderen Freundinnen an die aktuelle Zuhörerin durchgereicht wird, um die Last ein bisschen breiter zu verteilen. Das ist die gefürchtete "Müllkette" unter Freundinnen. Dann hilft der Rat, den auch Berater für heterosexuelle Paare geben: Ruhig auf die Uhr gucken. Und dann offen sagen, wenn es reicht. Und auch auf die Zeit achten und innehalten, wenn der eigene Redefluss immer schneller wird und die Einsilbigkeit der Freundin vielleicht doch kein Zeichen dafür ist, dass es sich um einen genialen Monolog handelt.

Außerdem: Heraus aus dem "Krabbenkorb"! Krabbenfischer schütten ihre gefangenen Krabben in einen Korb und brauchen keinen Deckel, um die Tierchen im Behältnis zu halten. Die Krabben schaffen es nicht aus dem Korb, weil sie sich gegenseitig wieder zurückholen, wenn sich eine selbständig macht und herauskriechen will. Diesen Gruppendruck gibt es auch unter Frauen, sagen ForscherInnen. Vielleicht wäre es besser, den Gleichheitszwang aufzulösen. Jede Frau ist anders. Was sich auch unter Frauen herumsprechen sollte. Und Konkurrenz untereinander stellt eine Freundschaft noch nicht grundsätzlich in Frage - das wissen die Männer.

Erlebt was zusammen! Männerfreundschaften definieren sich über gemeinsame Interessen, die zusammen, also "side by side", angegangen werden. Frauen dagegen quatschen sich aus, begegnen sich "face to face". Sagen die Anthropologen. Nettes Klischee. Dabei können Frauen ebenso gut schräge Sachen zusammen machen und müssen nicht immer nur sitzen, reden, Latte trinken oder im Fitnessstudio ihre "Problemzonen" bearbeiten. Nebelwanderungen, Segeln gehen, Spaziergänge in unbekannte Stadtviertel. Macht auch Spaß.

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