Flugzeugaustausch erzwungen: Meuterei der Air Berlin-Passagiere

Nach zwei abgebrochenen Starts werden die Passagiere eines Air Berlin-Flugs von Nürnberg ins portugiesische Faro nervös und fordern ein neues Flugzeug. Übertrieben, findet das Unternehmen.

Wenn die Maschinen nur immer so reibungslos starten würden... Bild: ap

NÜRNBERG afp Manchmal bringt ein kleiner Aufstand eben doch etwas: Passagiere am Nürnberger Flughafen haben am Sonntag nach zwei abgebrochenen Startversuchen eine Ersatzmaschine von Air Berlin erzwungen. Wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft bestätigte, weigerten sich die 172 Passagiere am frühen Sonntagmorgen, für einen dritten Startversuch erneut in den Ferienflieger einzusteigen. Stattdessen sammelten sie Unterschriften, um ein neues Flugzeug zu bekommen.

Nach rund 15 Stunden Wartezeit hob tatsächlich eine neue Maschine zum portugiesischen Zielflughafen Faro ab. Ursache des Defekts war laut Air Berlin eine fehlerhafte elektronische Anzeige des Landeklappensystems in der neuen Boeing 737-800. Es habe aber zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden.

Nach Angaben einer Air-Berlin-Sprecherin war das Flugzeug nur einige Meter gerollt, als der Pilot die defekte Anzeige bemerkte und umkehrte. Beim zweiten Anlauf habe er mit reparierter Anzeige starten wollen, als eine Stewardess einen Schwächeanfall erlitten habe. Daraufhin hätten die Passagiere gemeutert und die Unterschriftenaktion gestartet. "Von unserer Warte aus haben die Passagier überreagiert", sagte die Sprecherin des Flugunternehmens. Angesichts des Unglücks in Madrid sei wohl ein "psychologisches Element im Spiel gewesen".

Am 20. August war eine Maschine der Spanair beim Start am Madrider Flughafen verunglückt. 154 Menschen starben. Der Pilot hatte zuvor einen Startversuch abgebrochen. Es wird gemutmaßt, dass Passagiere am Aussteigen gehindert wurden.

Ebenfalls wegen eines technischen Defekts wurde am Sonntag ein Air-Berlin-Flug von Malaga nach Nürnberg abgebrochen. Das mit 184 Passagieren besetzte Flugzeug kehrte nach einer halben Stunde in der Luft zum spanischen Startflughafen zurück, wie die Fluggesellschaft bestätigte. Die Anzeige für den Treibstofffilter hatte demnach einen Defekt gemeldet, woraufhin der Pilot umkehrte.

Die Air-Berlin-Sprecherin sagte am Montag, der Treibstofffilter habe tatsächlich ausgetauscht werden müssen. Für die Passagiere habe aber keine Gefahr bestanden. Diese wurden über Nacht in einem Hotel untergebracht und konnten am Montagmittag Richtung Nürnberg abheben. Mehrere Reisende weigerten sich Passagierangaben zufolge aber auch hier, mit derselben Maschine noch einmal zu fliegen. Bereits am Samstag hatte ein Air-Berlin-Flug von Hamburg nach Faro abgebrochen werden müssen, wie Air Berlin bestätigte. Ein Vogelschwarm war ins Triebwerk geraten.

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