Flatrate in 34 Länder: Skype soll endlich wachsen

Unter dem Druck des Besitzers ebay macht Skype einen neuen Versuch, im normalen Telefongeschäft Fuß zu fassen: Mit einer Flatrate ins Festnetz. Bislang bringt Skype zu wenig ein.

Wer Skype helfen will, muss nur öfter mal "Normale Telefone anrufen" - und zahlen. Bild: screenshot skype.com/skype

MÜNCHEN reuters Neue Pauschaltarife für Gespräche ins herkömmliche Festnetz sollen den Internet-Telefondienstes Skype auf Wachstumskurs bringen. "Das wichtigste daran ist, dass wir unsere Relevanz für die Nutzer erhöhen", sagte der neue Chef der Ebay-Tochter, Josh Silverman. Skype bietet künftig über seinen Internetdienst an, unbegrenzt in bis zu 34 Ländern der Welt für eine monatliche Pauschale von 8,95 Euro zu telefonieren. Gespräche unter Skype-Nutzern über das Internet sind bereits gratis, für Anrufe ins Fest- oder Mobilfunknetz müssen Kunden bislang pro Minute bezahlen.

Werbung für den neuen Tarif werde es nicht geben, sagte Silverman, er setze auf telefonische Mundpropaganda. "Wir erwarten, dass unsere bestehenden Kunden häufiger Nichtkunden anrufen und so neue Nutzer zu uns bringen." Die Zahl der 309 Millionen registrierten Nutzer werde sicher zunehmen. Konkrete Prognosen gab Silverman allerdings nicht ab.

Skype-Vorstand Stefan Öberg erklärte, sein Haus wolle damit einem Trend in den Industrieländern folgen. "Die Entwicklung geht immer stärker zu Flatrate-Angeboten." Daneben setze Skype verstärkt auf Videotelefonate über das Internet. Ein Viertel aller Gespräche über Skype würden bereits über den Videodienst getätigt.

Silverman und Öberg stehen unter Druck, die Ansprüche der zunehmend unzufriedenen Mutter Ebay zu erfüllen. Der Chef des US-Online-Auktionshauses hatte einen Verkauf der vor rund drei Jahren übernommen Skype nicht ausgeschlossen und ihr eine Gnadenfrist bis Ende des Jahres gesetzt. "Wenn die Synergien groß sind, werden wir es in unserem Portfolio behalten. Wenn nicht, werden wir es neu bewerten", hatte Ebay-Chef John Donahoe der Financial Times gesagt. Silverman erkennt darin keinen ultimativen Zwang. "Das Ziel von Skype ist, seine Kunden zu entzücken. Das ist das, was Ebay von uns erwartet."

Ebay wollte mit Skype seine Geschäfte durch eine Verknüpfung mit dem Internet-Bezahldienst PayPal stärken. Allerdings wurden diese Hoffnungen bislang enttäuscht. Der US-Konzern hatte Skype 2005 für 2,6 Milliarden Dollar gekauft. Viele Aktionäre hatten die größte Übernahme in der Branche seit dem Platzen der Internet-Blase im Jahr 2000 als überteuert kritisiert.

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