Finanzkrise in den USA: Wieder müssen Banken zumachen

Die US-Einlagensicherung schließt sieben Banken. Und in Texas droht die größte Bankenpleite des Jahres. Selbst Geldinstitute, die bisher von der Krise profitiert haben, müssen bangen.

76 Milliarden Dollar benötigt die Mittelstandsbank CIT, damit sie nicht in die Pleite geht. Bild: dpa

BERLIN taz Die Finanzkrise ist längst nicht überwunden. In den USA droht jetzt die größte Bankenpleite des Jahres. Der Guaranty Financial Group ist das Geld aufgrund von Kreditausfällen und Abschreibungen fauler Wertpapiere ausgegangen. Am Freitag teilte die zweitgrößte Bank in Texas mit, dass es ihr nicht gelungen sei, neue Kapitalgeber zu finden.

"Das Unternehmen glaubt, dass es wahrscheinlich seinen Geschäftsbetrieb nicht fortsetzen kann", schrieb Guaranty in einer Mitteilung an die Bankenaufsicht. Die letzte Hoffnung ist derzeit eine Investorengruppe, mit der Guaranty Medienberichten zufolge in Verhandlungen steht. Ebenfalls am Freitag schloss der amerikanische Einlagensicherungsfonds FDIC sieben kleinere Banken. Damit wurden dieses Jahr schon 64 US-Banken dicht gemacht. Im Vorjahr hatte es nur 25 getroffen, darunter allerdings die Sparkasse Washington Mutual, deren Anlagevermögen 307 Milliarden Dollar betrug. Guaranty ist im Vergleich dazu mit 16 Milliarden klein.

Um ihr Überleben kämpft derzeit noch die Mittelstandsbank CIT, von der vor allem viele Läden finanziell abhängen. Bei ihr geht es um 76 Milliarden Dollar. Sie will nun große Unternehmensteile verkaufen und die Gläubiger dazu bringen, sich direkt an der Bank zu beteiligen, um auf diese Weise an Eigenkapital zu kommen. Die Regierung lehnt wie auch im Fall Guaranty weitere Hilfen ab. Beide seien nicht systemrelevant. Es gibt derzeit zwei Sorten von Banken in den USA, die Krisengewinner und die Krisenverlierer.

Die Verlierer, oft kleine Regionalbanken wie Guaranty, leiden unter den zunehmenden Zahlungsausfällen bei Krediten einschließlich der Kreditkarten und Hypotheken. Anders das Schicksal einiger Großbanken. Gerade meldeten Goldman Sachs und JP Morgan Chase Quartalsgewinne von jeweils 2,7 Milliarden US-Dollar und die Bank of America 2,4 Milliarden. Die Gewinner verdienen ihr Geld in erster Linie im Investmentbanking. Sie profitieren von den wieder steigenden Aktienkursen und davon, dass sich Staaten für Konjunkturprogramme und Bankenrettungen auf den Kapitalmärkten Geld beschaffen müssen. Das von der Zentralbank bereitgestellte billige Geld nützt ihnen ebenso wie eine Lockerung der Bilanzierungsregeln, durch die sie den Wertverlust der Schrottpapiere verschleiern können. Die staatlichen Hilfen konnten sie so schon zurückzahlen, um sich von Auflagen etwa in Bezug auf Managerbezüge zu befreien.

Die Frage ist, wie lange das gut geht. Durch die Rezession drohen neue Zahlungsausfälle, Banken haben aber an der Risikovorsorge gespart. "Vor uns liegen noch schwere Zeiten: die Wirtschaftskrise, steigende Arbeitslosenzahlen und eine sich verschlechternde Kreditqualität", so der Chef der Bank of America, Kenneth Lewis. Ähnliche Sorgen macht sich die FDIC: Obwohl die Citigroup wieder Gewinne meldete, will der Einlagesicherungsfonds sie auf seine Problemliste setzen.

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