Erschossener Schwarzer in Ohio: Prozess um Polizeigewalt gescheitert

Im Prozess um die Tötung eines unbewaffneten Schwarzen in den USA hat sich die Jury nicht auf ein Urteil für den angeklagten weißen Ex-Polizisten einigen können.

Die Richterin im Prozess um Samuel DeBose sitzt am Richterpult

Die Geschworenen – zehn Weiße und zwei Schwarze – konnten sich nicht auf ein Urteil einigen Foto: ap

CINCINNATI dpa | Ein Prozess gegen einen weißen Polizisten, der 2015 im US-Staat Ohio einen unbewaffneten schwarzen Autofahrer erschossen hatte, ist am Samstag gescheitert. Die Geschworenenjury konnte sich bei ihren Beratungen nicht auf ein Urteil einigen, wie der Cincinnati Enquirer am Samstag berichtete.

Dem heute 26-jährigen Polizisten hätten bei einem Schuldspruch mindestens 15 Jahre Haft gedroht. Die Staatsanwaltschaft in Cincinnati muss nun entscheiden, ob sie ihn ein zweites Mal vor Gericht bringen will.

Der Polizist hatte den 43 Jahre alten Samuel DuBose damals angehalten, weil sein Auto kein Kennzeichen hatte. Wie er vor Gericht aussagte, schoss er dann auf den Mann, weil er Angst hatte, von ihm zu Tode geschleift oder überfahren zu werden. Er habe den linken Arm ins Auto gesteckt, um nach dem Zündschlüssel zu greifen und dadurch DuBose am Weiterfahren zu hindern. Sein Arm sei steckengeblieben, während DuBose auf das Gaspedal getreten habe.

Video-Aufzeichnungen mit der Bodycam des Polizisten gaben keinen klaren Aufschluss darüber, inwieweit sich das Auto bereits vorwärtsbewegte, als der Polizist mit seiner rechten Hand feuerte. Die Geschworenen – zehn Weiße und zwei Schwarze – hatten ihre Beratungen am Mittwoch aufgenommen.

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