Einnahmen im März 2019

Es bleibt wechselhaft

Die März-Ergebnisse waren mittelmäßig, aber eine besondere Bar und ein Special Guest geben Hoffnung.

Nachdem das sonnige taz lab 2019 verklang, das Wetter wieder kälter wurde, und wir uns zurück an die Schreibtische machten, setzte Ernüchterung ein: Die Zahlen von taz zahl ich sind im März nicht so gut.

Bei taz zahl ich beziffern wir gerne unsere Erfolge in handfesten Daten und Fakten. Deswegen schmerzt es uns, nur eine geringfügige Steigerung der taz zahl ich-Förderbeiträge berichten zu können, und nur eine leichte Erholung vom Februar.

Im März haben sich immerhin 310 neue Unterstüzter*innen angemeldet, 124 Kündigungen ließen den Nettozuwachs jedoch auf 186 schrumpfen. Noch im Dezember hatten wir eine Steigerung von 351 zu berichten – ein deutlicher Einbruch des Wachstums also, der sich im Laufe des ersten Quartals 2019 nicht verbessert hat. Trotzdem sind wir nun immerhin schon bei 15.933 regelmäßigen Unterstützer*innen. Vielen Dank an alle!

Das wirkt sich auch auf unsere Einnahmen aus: Diese lagen im März insgesamt bei 97.670,89 Euro. Davon waren 92.375,08 Euro regelmäßige Förderbeiträge und 5.295,81 Euro Spontanzahlungen. Somit haben sich die regelmäßigen Beträge wieder leicht an das Niveau vom Januar angenähert, insgesamt bleiben wir hinter dem Niveau im Januar zurück. Entwicklungen wie diese sind nicht neu – wie in bisher jedem Jahr seit dem Start von taz zahl ich 2012 gibt es ein Tief im Februar, das nicht immer vollständig im März aufgeholt wird.

Gute Nachrichten brachte vergangene Woche die Chefredakteurin des britischen Guardian Katherine Viner. Sie war für die Blattkritik zu Gast in der Friedrichstraße, und sprach auch über deren Modell des frei verfügbaren Journalismus. Beim Guardian wird, wie bei taz zahl ich, online erfolgreich auf freiwillig Zahlende Leser*innen gesetzt. Wir sind also mit unserem Ansatz nicht mehr ganz allein auf dem Zeitungsmarkt.

Sich ganz praktisch davon überzeugen, wie gut das Prinzip des Freizahler*innenbeitrags funktioniert, konnten Besucher*innen auf dem taz lab. Beim taz zahl ich-Solidaritätsausschank stellten wir eine Bar auf, an der niemand für das eigene Getränk zahlen musste – aber für sich und alle anderen zahlen konnte. Über eine Ampel wurde signalisiert, ob der freie und unabhängige Ausschank auch wirklich ausreichend finanziert ist. Sie fiel von Grün kein einziges Mal auf Gelb oder Rot. Im Kontrast dazu spielten wir Hate-Bingo, bei dem wir die schauderlichste Kritik, die die taz aus dem Netz erreicht, für ein Bingo-Spiel zusammenstellten.

Die Veranstaltung war ein gelungenes Symbol: Ob die taz im Netz geliebt oder gehasst wird, sie ist eine unausweichliche Instanz, die man nicht vermissen will. Der Besuch der Kollegin aus dem Vereinigten Königreich ist für taz zahl ich ein Signal: Dass unabhängiger Journalismus in einer digitalen Welt funktionieren kann, ist nicht eine Frage des ob, sondern des wie. Wir bleiben also dran.

Wenn auch Sie sich nun entschieden haben, taz zahl ich zu unterstützen, dann melden Sie sich hier an!