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EM.TV wird seine größte Bürde los

Haffa weg – Aktie hoch. So oder ähnlich lauteten letzte Woche die Schlagzeilen nach dem Rücktritt Thomas Haffas vom Chefposten bei EM.TV. Der Konzernchef, der für die Krise des Medienkonzerns veranwortlich gemacht wird, gab am Mittwoch auf. Die Folge: Der Wert der Aktie stieg einen Tag später sprunghaft an. Ein Börsenexperte der Hypovereinsbank kommentierte süffisant: „Mit Haffa fällt eine Bürde vom Kurs.“ Bis zum Freitag erhöhte sich der Wert der Aktie weiter um mehr als das Doppelte auf 5,48 Euro. Steht EM.TV, der gefallene Engel, wieder auf? In ihrer Euphorie schienen die Anleger eines vergessen zu haben: Der Filmrechtehändler verbucht noch immer kräftig Verluste. Allein im ersten Quartal des Jahres vergrößerte sich der Schuldenberg um weitere 44 Millionen Mark, weil die teuren Rechte an der Formel-1 keine Gewinne abwerfen. Daran wird auch Haffas Nachfolger, Werner Klatten vom Spiegel-Verlag, vorerst wenig ändern können. Folgerichtig verflog die gute Stimmung und das Wertpapier verbilligte sich zum Wochenschluss auf 3,19 Euro. Gleichzeitig riet die Landesbank Baden-Württemberg zum Verkauf der „unattraktiven“ Aktien. Der Rücktritt des EM.TV-Chefs könnte dem Neuen Markt wieder Antrieb geben. Haffas Anteil am schlechten Image des ehemaligen Wachstumsmarktes ist beträchtlich. Er und sein Unternehmen gelten als Synonyme für Missmanagement und luftige Versprechungen. Außerdem steht der ehemalige Firmenchef unter Betrugsverdacht. ZIP

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