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Donata Künßberg Mitarbeiterin der WocheDora Petrova

Illustration: Inga Israel

Irgendwann reichte es Dora Petrova. Die Start-up-Szene, eigentlich experimentelles Labor der digitalen Zukunft, ist eine Männerveranstaltung. Nur etwas mehr als 13 Prozent der Gründungen geschehen durch Frauen, die Zahl stagniert seit Jahren: „Ich konnte nicht mehr länger zusehen, wie Frauen dasitzen und sich selbst unterschätzen.“ Als Inspiration nennt Dora eine Frau mit 35 Jahren Erfahrung in ihrem Business, die sich jeder Menge Misogynie und Sexismus ausgesetzt sah und sagte: „Wir Frauen müssen lernen, uns wertzuschätzen. Sucht nach starken Frauen, befreundet und umgebt euch, inspiriert und unterstützt euch, kollaboriert und erleuchtet einander.“ Das war Madonna, als ihr 2016 der Billboard Award als Frau des Jahres verliehen wurde.

Und weil in der Start-up-Szene „einfach anfangen, testen und später verbessern“ gilt, legte Dora ihr Handy auf den Tisch eines Co-Working-Spaces und nahm die erste Folge ihres Pod­casts „FemGems“ auf. Sie spricht darin nur mit Frauen, die in den letzten fünf Jahren den Schritt gewagt haben, ihre Gründungsidee zu verwirklichen. Der Podcast könnte zwar schneller wachsen, wenn sie mit bekannteren Frauen spräche. Doch ihr Konzept zielt auf Empowerment von denen ab, die sich fragen, ob sie es selbst auch wagen könnten, ein Projekt zu starten. Entrepreneurship sieht sie dabei als taugliches Instrument feministischen Handelns an, um mehr soziale, materielle und politische Gleichstellung zu erreichen.

Dass Frauen weniger Investor*innengelder erhalten, ist nachgewiesen und könnte auch daran liegen, dass es Männern leichter fällt, ihre Idee als die disruptivste, die erfolgversprechenste, die krasseste zu präsentieren. Außerdem sind Frauen oft selbstkritischer und bescheidener.

Und das ist in Ordnung. Diese Gefühle und Gedanken sind nicht falsch, sie sind vielleicht sogar der Grund dafür, dass – wenn Frauen mal Risikokapital ausgezahlt bekommen – die Investor*innen am Ende 35 Prozent mehr Geld zurückbekommen. Selbstzweifel sind allgegenwärtig: Viele Gründerinnen haben sich genau so gefühlt, aber trotzdem weitergemacht. „Du glaubst, dass nur außergewöhnliche Menschen gründen, aber jeder kann es tun“, so die Botschaft der ersten 20 Folgen von „FemGems“. Es sind Geschichten, die auch denen Mut machen, die nicht in Harvard studiert haben. Zu hören gibt es „FemGems“ unter www.patreon.com/FemGems.

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