Die taz auf der Buchmesse : Systemkritik und Leseglück in Leipzig
Wenn der Zeitgeist die Menschen immer weiter auseinandertreibt, halten wir mit der Kraft der Literatur dagegen.
Aus der taz | Morgens 10 Uhr, Messegelände Leipzig: Es riecht nach Druckerschwärze, überteuertem Filterkaffee und Theaterschminke, die sich auf den glücklichen Gesichtern der Cosplayer-Gemeinde breit macht. Während in der Glashalle die Besucher:innen der Manga Comic Con ihre Flügel sortieren und die Rolltreppen unter den Besuchermassen ächzen, wird in Halle 5 am taz-Stand das Wohnzimmer der Redaktion etabliert.
Zwischen druckfrischen Stapeln der neuesten wochentaz und dem Dauerrauschen der Messe widmen wir uns, getreu dem Buchmessenmotto „Wo Geschichten uns verbinden“, den neuesten Bucherscheinungen.
Die Spitze des Bücherbergs
Thematisch bewegen wir uns zwischen autoritären Tendenzen gesellschaftlicher Entwicklung, Kipppunkten der Demokratie, Feminismus, Entrechtung von Geflüchteten, Krieg und Wirtschaft, geben aber auch der Belletristik Raum mit klassischen Themen rund um Liebe, Mutterschaft, Rebellion und Selbstermächtigung.
Nicholas Potter seziert „Die neue autoritäre Linke“, während Ronen Steinke das Grundrecht auf „Meinungsfreiheit“ verteidigt. Wir fragen, wie Demokratie im Alltag mit AfD-Mehrheiten bestehen kann – Nachbarschaft statt Brandmauer.
Passend dazu liefert Eva von Redecker eine zeitgemäße Analyse des autoritären Rechtsrucks und der neuen Formen von Faschismus: „Dieser Drang nach Härte“.
Auch „Es war einmal ein Land“ von Jana Hensel oder warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet, fügt sich thematisch ein.
31 taz-Veranstaltungen gegen die Ignoranz und als Ode an die Literatur.
Vom 19.–22. März 2026. Halle 5, G 500
oder im Stream: taz.de/buchmesse
Carla Hinrichs richtet mit ihrem Buch „Meine verletzte Generation“ einen dringenden Appell an die Leser:innen, demokratische Rechte aktiv zu verteidigen.
Und mit „Bitch Hunt“ seziert Veronika Kracher digitale Misogynie, die Verachtung des Weiblichen schlechthin, unter der nicht nur die Betroffenen leiden, sondern auch die Demokratie.
Die immer neuen Kriegsschauplätze machen wir beispielhaft sichtbar mit „Zugwind“ von Iryna Fingerova, die eindringlich vom Leben einer ukrainischen Ärztin in Deutschland berichtet. Von Trauer, Wut und Resignation, aber auch dem Wunsch nach Akzeptanz und persönlichem Frieden.
Aber wie entstehen Kriege? Ulrike Herrmann liefert mit ihrem neuen Buch „Geld als Waffe“ eine brisante Analyse großer internationaler Konflikte und die zugehörigen Gründe, die zu einem Großteil ökonomischer Natur sind.
Außerdem: Kriege sind auch immer der Auslöser von Migrationsbewegungen. Aber statt auf Solidarität treffen Geflüchtete auf Abschottung. „No Border Lasts Forever“ von den Herausgebern „Welcome United“ zeigt, wie wichtig transnationale Vernetzung im Kampf gegen Gewalt und Isolation und für Freiheit ist. Und damit wäre nur die Spitze des Bücherbergs betrachtet.
Kommen Sie ins taz-Wohnzimmer auf der Buchmesse Leipzig – unsere Bühne für die wichtigsten Buchneuheiten des Frühlings und die zentralen Fragen der Zeit.
Die taz auf der Messe: Halle 5, G 500 oder im Stream: taz.de/buchmesse