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Die PKK als Partei der „Avantgarde“

■ Die Kurdische Arbeiterpartei kämpft für ihren Führungsanspruch im Widerstand

Die Partei hat immer recht. Dieser stalinistische Leitspruch, im Lande seiner Herkunft langsam aus der Mode gekommen, ist innerhalb der Kurdischen Arbeiter- und Bauernpartei (PKK) nach wie vor völlig unstrittig. Die PKK ist eine straff organisierte Kaderpartei, streng hierarchisch organisiert. Geführt wird die Organisation vom „Apo“ (Onkel), mit bürgerlichen Namen Abdullah Öcalan. Apo, dessen Anhänger schlicht Apocus genannt wurden, lange bevor die Bewegung zur Partei mutierte, ist der unumstrittene Herrscher der PKK.

Die völlig auf die Person Öcalans zugeschnittenen Strukturen der Partei waren es denn auch, die in der Vergangenheit zu heftigen Konflikten mit innerparteilichen Kritikern des Chefs geführt hatten. Andere, ehemals führende Mitglieder der PKK verschwanden unversehens in der Versenkung oder lebten nicht mehr lange.

Besonders innerhalb der europäischen Linken hat die PKK einen schlechten Ruf, da Abweichler vom offiziellen Kurs, auch wenn sie sich nach Westeuropa abgesetzt hatten, noch als Verräter unter Druck gesetzt wurden.

Bei mehreren Morden in Schweden, in Frankreich und der Bundesrepublik, denen jeweils prominente Ex-PKKler oder Funktionäre anderer kurdischer Organisationen zum Opfer fielen, konnte eine direkte Tatbeteiligung der Partei nicht nachgewiesen werden.

In Düsseldorf läuft zur Zeit ein bombastischer Staatsschutzprozeß, in dem die Bundesanwaltschaft einen Teil der Parteiorganisation als terroristische Vereinigung anklagt. J.G

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