piwik no script img

Die CSU-Amigos mögen ihren Max nicht mehr

■ Abgeordneter fordert Fraktions-Sondersitzung: Personalfrage bis Sommer klären

München (AFP) – Innerhalb der bayerischen CSU-Fraktion schwindet offenbar die Bereitschaft, die Ungewißheit über das weitere Schicksal ihres angeschlagenen Ministerpräsidenten Max Streibl noch länger hinzunehmen. Der CSU-Abgeordnete Walter Hoffmann forderte am Dienstag eine Sondersitzung der CSU-Parlamentarier zu diesem Thema. Die Diskussion sei „schon zu lange hinausgeschoben“ worden. Spätestens bis zum Sommer müsse endlich geklärt sein, wer CSU-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen sei.

Unterdessen ging der Streit um den Untersuchungsausschuß zur Amigo-Affäre im bayerischen Landtag weiter. Trotz des angedrohten Boykotts der Opposition will die CSU-Fraktion am Mittwoch die Einsetzung des Ausschusses mit ihrem eigenen Fragenkatalog beschließen, gleichzeitig aber seine Konstituierung verschieben.

Hoffmann warnte, seine Partei müsse aufpassen, daß die Dinge „nicht unkoordiniert weiterlaufen“, und noch mehr Porzellan zerbrochen werde. Indirekt drohte er dabei auch mit einem Aufstand der Basis: Da der CSU-Landesvorstand nach dem „Dafürhalten vieler“ seine Chance zu einer Klärung bislang nicht genutzt habe, könne es sein, daß diese Klärung nun „von unten her kommt“. Der Abgeordnete hatte bereits 1988 eine Bewegung der Fraktion angeführt, die ihren heutigen Vorsitzenden Alois Glück gegen den Wunschkandidaten des damaligen Ministerpräsidenten Strauß, Heinz Rosenbauer, durchsetzte.

Zu einer möglichen Palastrevolution der Fraktion gegen Streibl wollte sich Glück nicht äußern. Neben einer „Grundloyalität gegenüber jemandem, der in Bedrängnis ist“, gehe es vor allem auch darum, „die Handlungsfähigkeit der Partei zu erhalten“, meinte der Fraktionschef.

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen