Die Anderen: Der Standard
■ Betr.: Die Wiener Zeitung zu Gorbatschow
Die Wiener Zeitung zu Gorbatschow:
Dankbar hängen die deutschen Medien an Gorbatschows Lippen, nicht nur wenn er etwa den Tschetschenienkrieg seines Widersachers Jelzin scharf kritisiert. Gewiß, unter Gorbatschow kam die deutsche Einheit zustande – daß er sie nicht verhindern konnte, dafür wird er in die Geschichte eingehen. Vergessen hingegen ist, daß brutal ermordete Armenier für ihn kein Thema waren, daß er in Baku und Duschanbe, Vilnius und Riga die Panzer nicht nur zu Demonstrationszwecken rollen ließ.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen