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Deutsche Waffen für Siad Barre?

■ Somalische Generäle auf Waffensuche in der BRD

Berlin (taz) — Vier hochrangige somalische Generäle sollen sich nach dem 27. Dezember für mehrere Tage in Deutschland aufgehalten haben, um für 50 Millionen Dollar — Teil einer von Saudi-Arabien bereitgestellten Finanzhilfe — Waffen für die Streitkräfte der Regierung Siad Barre zu kaufen. Wie der Vorsitzende der Oppositionsgruppe „Somali National Movement“ in Bonn, Hassan Jamal, der taz erklärte, befanden sich darunter General Maslah Mohammed Siad, Sohn des Staatspräsidenten Barre, sowie der Luftwaffenchef Mohammed Nur Dhudhi. Letzterer war für die Bombardierung der nordsomalischen Stadt Hargeisa mitverantwortlich, die 1988 im Kampf gegen die SNM-Guerilla dem Erdboden gleichgemacht wurde. Maslah und Dhudhi sind inzwischen nach Rom und Ägypten weitergereist.

Deutschland hatte nach der Erstürmung eines RAF- entführten Flugzeuges in Mogadischu 1977 jahrelang generöse Hilfe an Somalia geleistet und unter anderem Ausbilder für die somalische Polizei entsandt. Wegen des Bürgerkrieges ruhen jedoch zur Zeit alle deutschen Entwicklungsprojekte in Somalia. In diesen Tagen haben flüchtige Gefolgsleute und Familienangehörige des Präsidenten Siad Barre versucht, in Deutschland Aufnahme zu finden. Von 98 prominenten Somalis, die diese Woche von Abu Dhabi nach Frankfurt am Main flogen, sind die meisten jedoch jetzt in die USA weitergereist. D.J.

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