: Des Barschs tote Augen
Griechische Steuerfahnder keine Fischkenner
Die Griechen und die Steuern – das ist eine seit mindestens 3.000 Jahren währende Geschichte der Missverständnisse. Seit der Antike gelten die Hellenen als kreative Meister der Steuererklärung, wobei das griechische Finanzamt als kreative Meisterin des Steuererhebens gilt. So wunderte sich niemand im Erdenrund über einen Fall, von dem die Abgabenagentur dpa am Montag berichtete: „Fisch zu frisch – Griechische Steuerfahnder verhängen Strafe.“ Demnach sollte ein Tavernenbesitzer auf der Insel Syros 500 Euro zahlen, weil den Beamten der Fisch in seinem Kühlschrank zu frisch erschien, als dass die dazugehörige Rechnung stimmen könnte. Die Fischkenner vom Finanzamt nahmen im Kühlraum 3,5 Kilo Zackenbarsch unter die Lupe, und der Zustand der Augen wie die Totenstarre des Barschs gefiel ihnen nicht. Also erhoben sie ein Bußgeld, gegen das der Wirt Einspruch einlegte. Jetzt bekam er recht. Denn Steuerprüfer sind keine Barschexperten, so das Gericht. Und griechischer Fisch ist nie frisch, so die Wahrheit. Das Einzige, was die Wirte Hellas’ mit den schuppigen Meeresbewohnern veranstalten, ist, sie auf den Grill zu werfen und schwarz verkokeln zu lassen, damit der totenstarre Geschmack nicht weiter auffällt. Das sollte das Finanzamt doch seit rund 3.000 Jahren wissen.
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