: Der Weltfrieden naht
Madonna und Elton John versöhnen sich
Was ist schon der Krieg Russlands in der Ukraine oder Israels in Gaza gegen den Krieg zwischen Elton John und Madonna? Aber es besteht Hoffnung: „Madonna und Elton John begraben Kriegsbeil“, meldete am Dienstag die Feldpostagentur dpa.
„Seine Angriffe auf sie waren schon legendär, nun jedoch kommt es offenbar zur Versöhnung zwischen Madonna und Elton John“, so dpa aus dem Kampfgebiet. Was waren denn das für legendäre Angriffe? Hat der finstere Crocodile-Rocker ein Konzert Madonnas mit einer Klavierdrohne gesprengt? Oder sie mit einer seiner überdimensionierten Laserbrillen von der Bühne gefegt? Oder hat sie ihn mit ihrer zum Taifun verstärkten Piepsstimme das Trommelfell zertrümmert? Nein! Es war weniger ein mörderischer Feldzug als ein Neid erfüllter Zickenkrieg zweier Kampf-Diven.
„Sie ist so ein Alptraum“, hatte der britische Wichtel einmal in einem Interview gegiftet, und die amerikanische Krähe schnappte ihm hämisch und eiskalt eine Auszeichnung vor der Knubbelnase weg. Alles vergeben und vergessen. „Wir haben endlich das Kriegsbeil begraben!!!“, schrieb die 66-Jährige auf Insta, und der 78-Jährige hauchte ihr altersmilde bei einem Treffen in New York zwei Worte des Weltfriedens zu: „Vergib mir.“ Dazu postete sie ein Foto der beiden Popstars, die sich im Arm halten. „Jetzt scheint die Fehde beendet, mit einer Umarmung, einer Entschuldigung – und vielleicht sogar einer künstlerischen Zusammenarbeit“, jubelte dpa überschwänglich.
Wenn selbst olle Elton und noch ollere Madonna öffentlich die Friedenspfeife rauchen, ja sogar jetzt zusammen ein Duett singen wollen, wie es heißt, dann müssten doch auch die anderen Kriegsherdkocher die Flammen der Fehde auspusten können. Vielleicht mit Elton John und Madonna als Vermittler.
Damit eines fernen Tages Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj, während im Hintergrund der Chor der israelischen Armee Arm in Arm mit den Kämpfern der Hamas schunkelt, die berühmte Hymne der Friedensbewegung gemeinsam anstimmen können: „Give peace a chance!“
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