piwik no script img

Der Kanalarbeiter

Hennig Berthold. Seit 19 Jahren arbeite ich als Kanalarbeiter bei der Stadt Stuttgart ... Rückhaltebecken und Kanäle, in denen man gehen kann. Diese Kanäle werden auf verschiedene Art und Weise gereinigt, gesäubert ... Ich muß mich da bücken oder manchmal auch kriechen. Wenn ich auf einer Ablagerung von 30 Zentimetern stehe und die Höhe insgesamt 105 Zentimeter ist, dann wissen Sie, daß ich nur 75 Zentimeter zum Stehen habe. Die alten Kanäle haben Eiprofil, 70 Zentimeter Breite... Die neuen heute sind ... Die 90er oder 100er sind alle aus Beton. Die Arbeit ist schon gefährlich. Wir haben es in den Kanälen mit Gasen zu tun. Mit H2S. Das verdrängt den Sauerstoff, und wir haben zuwenig Sauerstoff in der Atemluft. In die Kanäle fließen alle Abwässer, auch von den Toiletten, deshalb entsteht ja dieser Geruch.

Ich werde noch in diesem Jahr 58, steh' kurz vor der Rente. Von Beruf bin ich Dachdecker, ich bin also von ganz oben nach ganz unten ... Meine zwei Gärten wollen auch noch gemacht sein. Steilhang. Ich heirate vielleicht meine Lebensgefährtin, wenn ich in Rente bin, bevor der Staat das Geld bekommt.

Zum 1. Mai zeigen wir Bilder aus der Arbeitswelt von Manfred Neumann und Willi Schraffenberger auf den Seiten 1 bis 9

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen