: Das Umfeld einbeziehen
■ Fachkonferenz über Suchtgefahren fordert hohe Akzeptanz in der Bevölkerung und ein Werbeverbot für Alkohol und Tabakwaren
fordert höhere Akzeptanz in der Bevölkerung und ein Werbeverbot für Alkohol und Tabakwaren
„Sucht und Familie“ ist die diesjährige Fachkonferenz der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) überschrieben. Seit gestern treffen sich 1300 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet im CCH.
Ein Ziel des Veranstalters ist es, die Akzeptanz für Suchtkrankheiten in der Bevölkerung zu erhöhen.
1„Es reicht nicht aus, die Drogentoten zu zählen“, sagte DHS-Vorsitzender Dietmar Weber gestern vor Journalisten. Das Thema müsse gesprächsfähig gemacht, den betroffenen Angehörigen aus ihrer Isolation geholfen werden. So werde zum Beispiel eine Frau, die sich ihrem herzkranken Mann widme, sozial anerkannt, nicht aber jemand,
1der sich seines suchtkranken Partners annehme.
Durch die Tagung soll der Blickwinkel auch auf das soziale Umfeld des Erkrankten erweitert werden. In Deutschland gibt es nach Schätzungen der DHS ungefähr 3,5 Millionen Abhängige, und somit mindestens doppelt so viele Mit-Betroffene. Besonders Kinder und Jugendliche müssen leiden. Allein ihre Zahl wird auf drei bis vier Millionen geschätzt. Sie unterliegen einem drei- bis viermal größeren Risiko, später eine Abhängigkeit zu entwickeln als die übrige Bevölkerung. Zudem suchen sie sich gehäuft suchterkrankte Partner und erleben überproportional viele Scheidungen.
Die DHS fordert die Einführung einer gesetzlichen Null-Promille- Grenze im Straßenverkehr und ein Werbeverbot für Alkohol und Tabak. Doch an den Steuern aus dem Drogenkonsum hat die DHS Interesse: Mit 28 Milliarden Mark sollte es schließlich keine Probleme geben, Suchtkranke angemessen zu versorgen. gag
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