: Das MAI soll vor Gericht
■ Ausschuß des Europaparlaments fordert Überprüfung des Investitionsabkommens
Berlin (taz) – Der Europäische Gerichtshof soll das Multilaterale Investitionsabkommen (MAI) gründlich prüfen, bevor es von den EU-Staaten unterzeichnet wird. Gestern verabschiedete der Außenhandelsausschuß des Europäischen Parlaments mit nur einer Gegenstimme eine entsprechende Vorlage des Grünen-Abgeordneten Wolfgang Kreissl-Dörfler.
Das umstrittene Abkommen, über das die OECD derzeit verhandelt, soll ausländischen Investoren auf der ganzen Welt Schutz vor Benachteiligungen garantieren. Der Ausschuß beschloß nun, daß der Vertrag die Rücknahme bestehender Umwelt- und Sozialstandards in den einzelnen Ländern ausschließen müsse. Zudem soll bindend geregelt werden, daß das MAI die Verschärfung oder Neuformulierung von Umwelt- und Sozialgesetzgebung nicht behindern dürfe. Die kulturelle Autonomie der Staaten dürfe nicht eingeschränkt werden.
Sollten die Europarichter zum Schluß kommen, daß das MAI mit den europäischen Standards nicht zu vereinbaren ist, könnten die EU-Mitglieder dem Abkommen nicht beitreten. Das Europaparlament stimmt am 12. März über die Vorlage ab. lieb
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen