Clinton will am Samstag Niederlage bekennen: Schlechte Verliererin

Am Samstag will Clinton das Ende ihres Wahlkampfes verkünden. Endlich, meinen auch viele von ihren Unterstützern. Zuletzt sei sie unfähig gewesen, Realitäten anzuerkennen.

Schlecht gelaunt auf dem ersten Nachwahlpodium: Clinton spricht zum American Israel Public Affairs Committee (AIPAC). Bild: ap

WASHINGTON taz Keine Frage wird zurzeit in Washington heftiger diskutiert, als die nach dem Ausstieg Hillary Clintons aus dem Rennen der Demokraten ums Weiße Haus. Am Samstag, kündigte die New Yorker Senatorin an, will sie nun offiziell ihre Wahlkampagne suspendieren. Wie und in welcher Form sie sich dann hinter Barack Obama stellen wird, darüber herrscht weiter Unklarheit.

Der Entscheidung Clintons soll ein Tag heftigen Schiebens und Drückens vorausgegangen sein. Einflussreiche Unterstützer der Politikerin sowie die Parteiführung sollen sie unmissverständlich dazu gedrängt haben, im Interesse der Demokraten aufzugeben. Clintons Ankündigung erfolgte erst, nachdem einige gut vernetzte Unterstützer der Senatorin, wie der afroamerikanische Businessmann und TV-Mogul Robert L. Johnson, damit begonnen hatten, heftig Werbung dafür zu machen, dass Obama seine Konkurrentin Clinton zu seiner Kandidatin für die Vizepräsidentschaft macht.

Clintons Taktieren sorgt offenbar nicht nur im Obama-Lager für Frustration. Auch unter ihren eigenen Unterstützern wächst der Unmut über ihren Unwillen, die Realitäten anzuerkennen. "Wir haben versprochen, sie bis zum Ende zu unterstützen", sagte der schwarze New Yorker Abgeordnete Charles B. Rangel. "Unser Problem ist aber, dass wir nicht sehen können, wann verdammt noch mal das Ende ist."

Clinton habe verschiedene Optionen, heißt es in den US-Medien. Zum einen könnte sie alle von ihr gewonnenen Delegierten an Obama "übergeben" und ihre Kampagne offiziell beenden. Zum anderen könnte sie ihren Wahlkampf rein technisch "suspendieren", ihre Delegierten behalten und sich somit theoretisch bis zum Parteitag im August um die Kandidatur bewerben. Diese Variante würde es ihr erlauben, weiterhin Spenden einsammeln zu können. Daran könnte die ehemalige First Lady, die in diesem Wahlkampf einen gigantischen Schuldenberg angehäuft hat, großes Interesse haben, meinen Beobachter.

Das Führungskomitee der Demokraten um Howard Dean setzte derweil per Brief die letzten unentschlossenen Superdelegierten unter Druck, sich bis zum heutigen Freitag hinter Obama zu stellen.

Ungeachtet der einsetzenden Debatte, ob Clinton Vizepräsidentin werden könnte, ernannte Obama am Mittwoch ein dreiköpfiges Suchteam zur Findung eines Kandidaten für das Vizepräsidentschaftsamt. Mit dabei ist Caroline Kennedy, Tochter des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy. Mitarbeiter Obamas sagten US-Medien, dass sich der Kandidat Zeit lassen wolle bei der Suche nach einem geeigneten "Running mate" für das Vizeamt. Im Obama-Lager sei kaum jemand "begeistert" von der Idee, Clinton als Partnerin zu wählen.

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