■ Bundesregierung folgt EU-Kommission: Verkauf von Ackerland im Osten gestoppt
Berlin (dpa) – Das Bundesfinanzministerium hat die Privatisierung von Agrar- und Forstflächen in Ostdeutschland gestoppt. Es wies den Treuhand-Nachfolger BVVG an, kein Land mehr nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) zu verkaufen. Damit reagiert das Ministerium auf die EU-Kommission, die Teile des Flächenerwerbsprogramms für die zwischen 1945 und 1949 enteigneten Agrarflächen für unzulässig erklärt hatte. Das EALG ermöglicht den verbilligten Erwerb von ehemaligem Bodenreformland im Osten durch bestimmte Erwerberkreise. Alteigentümer machen seit Jahren dagegen mobil. Das EU-Verbot richtet sich vor allem gegen den EALG-Verkauf an Neueinrichter, also Leute, die nach der Wende einen neuen Agrarbetrieb aufgemacht haben, weil diese keine Nachteile durch Enteignungen gehabt hätten. Auch würden laut EU ausländische Bauern ausgegrenzt.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen